Mode

Die Liste: Ring, Ring! Auf ewig besiegelt

Von , 12. May 2016

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Collage: Saskia Diez & Margova Jewellery

Früher besiegelten Siegelringe Geschäftsverträge und Brieffreundschaften. Heute sind sie arbeitslos – aber so schön!

Kaum ein Machtsymbol ist älter als der Siegelring. Schon im alten Ägypten trugen die Pharaonen frühe Formen des Siegelrings: Wurde zunächst noch die High-End Statement-Version mit Skarabäus präferiert, stieg man schon wenig später – Tutanchamun gilt hier als Trendsetter – auf dekorative Frontplatten mit Hieroglyphen-Gravur um. In der Antike ließen sich die Mitglieder der mächtigen Oberschicht nicht nur ihre Namen, sondern gleich ganze Miniatur-Kunstwerke in den Ring gravieren. Im Mittelalter besaß jede Familie, in deren Adern blaues Blut floss oder die anderweitig etwas auf sich hielt, ein eigenes Familienwappen.

Auf einem Siegelring prangend, diente dieses Wappen nicht nur als Erkennungszeichen unter Einflussreichen und Wohlhabenden, sondern auch als Absender-Information beim Briefversand. Anhand von Siegelringen wurden aber nicht nur postalische Liebesschwüre versiegelt. Auch Geschäfte galten jahrhundertelang erst dann als besiegelt, wenn der Siegelring in das heiße Wachs gedrückt worden war. Ein Siegelring, das High-Five der mittelalterlichen Upper Class. Heute ist das anders, neue Kommunikationskanäle und allgemeine Skepsis in Sachen Business haben den Siegelring obsolet gemacht. Geschäftsverträge unterschreibt man mit digitalen Signaturen und lässt sie von Anwälten und Notaren doppelt und dreifach besiegeln. Erfindungen wie E-Mail, SMS und WhatsApp gaben nicht nur dem Brief, sondern entsprechend auch dem Siegelring seinen endgültigen Todesstoß.

Mit dem Untergang der Aristokratie und dem Aufstieg zur Leistungsgesellschaft verlor der Siegelring aber auch in sozialer Hinsicht offiziell an Bedeutung – gemeinsam mit der dazugehörigen Geburtsurkunde. Und doch: Trotz seines augenscheinlichen Funktionsverlusts galt er in den Vorstandsetagen der Banken und Großunternehmen noch viele Jahre als gern gesehenes Accessoire – bis er von Porsche und Rolex abgehängt wurde. Abseits von Sylt und Monaco, wo sich die hochkarätigen Klunker noch heute an braungebrannten Fingern zuprosten, fristete der Siegelring somit lange Zeit ein verstaubtes Spießer-Dasein. Bis jetzt. Aber es waren nicht die Göttinger Jurastudenten, die dem Siegelring zu seinem großen Comeback verhalfen, sondern – #Aufschrei im Verbindungshaus – Rihanna, die in ihrem just veröffentlichten Video zur Single “Needed Me” gleich mehrere Exemplare an einer Hand trägt. Bei so viel Fanpost, die beantwortet werden will, mehr als verständlich.

Das sind die zehn schönsten Siegelringe – bereit, um mit dem Familienwappen oder den Initialen unseres Schwarms geschmückt zu werden:

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Margova Jewellery, ca. 849 Euro

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Asos, ca. 9 Euro

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Sabrina Dehoff, ca. 150 Euro

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Arme de L’Amour via Net-a-Porter, ca. 345 Euro

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Eddie Borgo via Net-a-Porter, ca. 145 Euro

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Maria Black, ca. 122 Euro

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Malaika Raiss, ca. 200 Euro

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Maison Margiela via Net-a-Porter, ca. 345 Euro

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Saskia Diez, ca. 139 Euro

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Ina Beissner, ca. 260 Euro