Mode

#MBFWB: Von Baggerseen und Haifischbecken

Von , 28. June 2016

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Auch dieses Jahr fällt die Fashion Week mitten in die allerschönste Badesaison. Sarah Radowitz fragt sich: Ist Berlin wirklich nur das Nichtschwimmerbecken der Modewochen? Und, ist Olympisches Gold für die Mutterstadt überhaupt erstrebenswert oder reicht nicht vielleicht auch das kleine Seepferdchen Abzeichen?

Stell dir vor, es ist Fashion Week, und alle liegen lieber am See und essen hochkalorische Banana-Splits. Statt im Erika Hess Eisstadion, würde sich halb Berlin in Erikas Eisdiele die Hitzköpfe kühlschlabbern. Doch statt sich einfach in knappen Stöffchen in der Sonne gehen zu lassen, findet man die Modewelt dann doch in dehnbaren Fashionidealen auf etwas zu prall aufgeblasenen Egos, Sekt nippend in Lounges.

Berlin, nimm dir ein Pina Colada mit Schirmchen, statt dich immer so furchtbar ernst, nur weil wieder mal der Modehahn hysterisch kräht. Du bist doch sonst auch nicht so, du cooler Lausebengel. Zu unserer Lieblingsstadt bist du gerade deshalb avanciert, weil du so entrüstend nahbar stotternd mit uns über die ewigen Baustellen dümpelst. Ein liebenswert unperfekter, kreativer Freigeist, bis in die ausgefransten Haarspitzen, mit dem man immer besser in der Kneipe als in der Austernbar abhängt. Sieh es ein, MBFWB, du wirst nie wie deine ordentlich gekämmten Schwestern Paris oder Mailand sein. Aber weißt du was: Das ist auch gut so. Keiner verlangt von dir, dass du wegen Fashion deine Spielhose ausziehst, die mit den Flicken, und aus deinem Buddelkasten in die Anzughose kletterst. Bau lieber eine schiefe Sandburg und lad uns alle ein, das kannst du nämlich gut. Ein bisschen mehr echtes, schiefes Berlin, würde einer Fashion Week Berlin bestimmt gut stehen.

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In der kommenden Modewoche werde ich viele Shows besuchen, Partiehände schütteln, Networking-Bussies einsammeln und noch mehr davon verteilen. Aber auch eine Menge gute Vibes und schöpferische Energie aus dem bunt gemischten Pool aufsaugen, der hier immer wieder so schön, so besonders, mal laut mal leiser, mal anstrengend mal unaufgeregt, mal gekämmt mal chlorfrei – aufeinander schwappt.

Auf dem L’Officiel Instagram Kanal nehme ich euch mit auf einen 360 Grad Trip durch meine persönlichen Fashion Week Blickwinkel: Textile Meisterwerke und echte Design-Bauchklatscher gilt es zu entdecken. Ich will sowohl Front Row Luft schnuppern als auch in die ungefegten Zelt-Ecken krabbeln, da, wo hinter den Kulissen die angeschwollenen Beine hochgelegt und die Feierabend-Bierchen gezischt werden. Oder hoch aufs 10 Meter Brett, wo die Gockel sich immer ein bisschen zu viel abfeiern lassen. Schwimmflossenträger versus alte Profischwimmer abpassen, No-Gos und Oh yeahs der Straßen abchecken. Meistens besteht nämlich das Einzigartige der Berliner Badewoche, in der souveränen Mischung aus Glitzer und Staub.

Wie Hien Le, Augustin Teboul, Marina Hoermanseder, Lala, der Berliner Modesalon und Co. es dieses Mal schaffen, Modeberlin vom Baggersee in die ersten, zweiten und hinteren Reihen zu locken, das könnt ihr ab morgen auf @lofficielgermany verfolgen. Ich bin jedenfalls schon irre gespannt und werde wahrscheinlich flache Schuhe anziehen – das kann man hier nämlich machen.

– In Kooperation mit Samsung –