Mode

MBFWB 2016: Backstage bei P&C

Von , 25. January 2016

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Zum Ende der Modewoche hat sich unsere Praktikantin Lea Busch einem Perspektivwechsel unterzogen – und läuft bei der Key Looks Show von Peek & Cloppenburg und Fashion ID als Model mit

Ich habe nie verstanden, warum so gerne über Models gesprochen wird. Ich denke, viele fasziniert einfach die Vorstellung eines aufregenden Jetset-Lebens mit noch dazu harten körperlichen Anforderungen: Diäten, schweißtreibende Sporteinheiten ­– unter Anleitung eines Personaltrainers, versteht sich, gratis Designerklamotten und schillernde Promi-Parties.
Diese Art von Leben führen wohl ein paar Topmodels, nicht aber die Normalomodels, die kaum jemand kennt und zu denen auch ich zähle.
Der Alltag von uns Normalmodels ist – tut mir leid für die Desillusionierung – etwas weniger aufregend und besteht häufig aus Warten: die Poesie darin lässt sich entdecken, wenn man die Wartezeit zu nutzen weiß, etwa mit Snickers essen, Lesen und netten Gesprächen mit anderen Normalomodelkolleginnen.
So auch geschehen bei der letzten Show der Berliner Fashion Week, in der die Key Looks von Peek und Cloppenburg und Fashion ID gezeigt wurden. Nachdem ich das Casting bereits erfolgreich bestanden hatte, fand ich mich am Tag der Show mit weiteren 47 Models im Mercedes Benz Fashion Week Zelt ein. Das ganze hatte etwas von Klassenfahrt: Die Stimmung war überdreht, wir wuselten überall herum, die Organisatoren schimpften hinter uns her – „Du solltest doch längst im Make-up sitzen!“ und sobald irgendwo Essen stand, stürzten sich alle darauf, als hätten sie noch nie etwas so Köstliches gesehen.

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Hair, hair, hair, hair, hair, hair, hair – Flow it, show it

Die Luft im Zelt war erfüllt vom süßen Duft der Zuckerwatte, welche den Gästen passend zum Showkonzept P&C Fashion Candy serviert wurde. Die Erinnerungen an Jahrmarkt wichen im Laufe des Nachmittages denen an einen Friseurbesuch, denn ab Beginn des Haarstylings begannen Wogen von Haarspray durch das aufgeheizte Zelt zu wabern.

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Endlich mal eine Küchenmaschine mit Mehrwert: der Backstage Zuckerwattebottich

In dem Wust aus Spraynebel, 48 Kleiderstangen mit über 150 Outfits und 100 weiteren Crewmitgliedern wie Stylisten, Make-up Artisten und Fotografen konnte man auch ein paar bekannte Gesichter erkennen wie das von Sara Nuru, andere Ex-Kandidatinnen von Germany’s Next Topmodel und den Make-Up Guru Boris Entrup.

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Schnelles Umziehen ist für Models ein Muss

Pünktlich um 21 Uhr war die Show dann vorbei und wir mischten uns unter die tanzenden Gäste der Aftershow Party, teilweise noch unseren Laufstegoutfits, wobei ich ­meine blau orangenen Prada Plateauschuhe – so schön ich sie auch fand – gegen meine eigenen, 15 cm flacheren eintauschte. Am besten gefiel mir, dass ich am Ende mit dem Fahrrad nach Hause radeln konnte, denn ein Jetset-Leben ist bestimmt nicht so schön, wie das, was ich von meinem Sattel aus sah: Ein verschneites Berlin bei Nacht kann sehr faszinierend sein.

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Auf den Prada Schuhen bin ich fast so groß wie Dirk Nowitzki