Mode

Der Dänen-Dresscode

Von , 10. August 2016

kopenhagen-fashion-week-ganni-malene-birger
© Ganni

Die Kopenhagen Fashion Week ruft: Diese sechs Labels sollte man auf dem Schirm haben

Die Seidenblusen von Filippa K, der Lederperfecto von Acne, die Skinny-Jeans von Cheap Monday: Es gibt viele Dinge, mit denen skandinavische Labels die Modebranche in der Vergangenheit bereichert haben. Dass das so bleibt, dafür sorgt vor allem die Stadt Kopenhagen, Heimat einiger der spannendsten Labels Skandinaviens. Anlässlich der Kopenhagen Fashion Week, die heute beginnt, werfen wir einen Blick auf aufstrebende und etablierte Marken, die die Zukunft der dänischen Mode fest in der Hand halten.

kopenhagen-fashion-week-ganni-malene-birger
© Astrid Andersen

Astrid Andersen

Die Männermode-Designerin Astrid Andersen liefert die perfekte Uniform für Hip Hop-Kids mit einem Faible für Exzentrik. Ein Stepp-Hoodie mit Riesenlogo, plissierte Baggypants, Trainingsshorts mit Spitzenbesatz, eine Kimonojacke mit Paisleymuster: So mutig und radikal wie die Dänin Andersen gehen nur wenige mit Sportswear um. Andersen studierte an der Central Saint Martins-Akademie in London, zeigt ihre Kollektionen regelmäßig während der Londoner Männer-Modewoche und gehört zu einer neuen Generation von Designern, die das Lebensgefühl verschiedener Subkulturen in die High Fashion übertragen. Für den kommenden Frühling stellte sie erstmals Frauenentwürfe vor.

kopenhagen-fashion-week-ganni-malene-birger
© Saks Potts

Saks Potts

Im vergangenen Februar waren sie die heimlichen Streetstyle-Stars der Modewochen: Teddyweiche Lammfellmäntel in auffälligen „Colour Blocking“-Farbkombinationen, Kaugummi-Rosa zu Nougat-Braun, Tannengrün zu Grenadine. Pernille de Teisbaek trug einen, Leandre Medine auch und Eva Chen ebenso. Die Mäntel des dänischen Labels Saks Potts kamen scheinbar aus dem Nichts, doch das auffällige Design, die Unterstützung durch die richtigen Botschafterinnen und cleveres Instagram-Marketing haben ihnen zu internationaler Aufmerksamkeit verholfen – und zu Bestellungen von Avenue32.com und Matchesfashion. Die knalligen Lammfellmäntel- und Jacken sowie Entwürfe aus Waschbär sind die „Signature Pieces“ der Designerinnen Barbara Potts und Cathrin Saks, inzwischen wurde die Linie um Seidenblusen, Overalls und Kimonokleider mit grafischen Prints erweitert.

kopenhagen-fashion-week-ganni-malene-birger
© Ganni

Ganni

Ganni ist „A Fashion Girl`s Best Friend“: Man findet immer etwas und für jede Gelegenheit, die Preise sind bezahlbar, aber nicht zu billig, die Entwürfe fantasievoll, aber nicht zu verrückt. Mit dem Konzept, vielseitig einsetzbare, modische Einzelteile anzubieten, hat das Label aus Kopenhagen eine riesige Fan-Gemeinde hinter sich versammelt. Stücke wie das „Murphy“-T-Shirt mit Obstprint wurden zu Lieblingen von Modebloggern und Stil-Vorbildern wie Alexa Chung und waren ruckzuck ausverkauft. Das Label existiert bereits seit dem Jahre 2000 und spezialisierte sich erst auf Kaschmirmode. Bis Ditte Reffstrup als Kreativdirektorin einstieg und das Sortiment komplett umkrempelte. Vom Sweatshirt mit Frakturschrift-Print über ein Blümchentop bis zur Bomberjacke mit Rosenstickerei, von niedlich bis rebellisch: Alles geht, Hauptsache, es wirkt nicht zu angestrengt.

kopenhagen-fashion-week-ganni-malene-birger
© by Malene Birger

By Malene Birger

Man könnte sie auch als die „Grande Dame“ der dänischen Mode bezeichnen: Malene Birger, deren 2003 gegründetes Label heute zu den größten und international erfolgreichsten ihres Landes zählt. In über 40 Ländern sind die Kollektionen erhältlich, für die Kampagnen verpflichtet man Models wie Freja Beha und Antonina Petcovich, 2015 launchte man ein neues Store-Konzept, das vom renommierten Mailänder Designbüro Dimore Studio entwickelt wurde. 2014 zog sich Birger aus dem Unternehmen zurück und übergab die Kreativleitung an ihre Design-Managerin  Christina Exsteen. Sie führt die Vision fort, die Birger zu einer erfolgreichen Unternehmerin machte: Glamouröse, selbstbewusste Mode für vielbeschäftigte Frauen, die zur Cocktail-Stunde gerne mit einem bordeauxroten Pelzkleid auffallen und fürs Meeting statt zum grauen Business-Kostüm lieber zum weißen Nadelstreifen-Anzug à la Bianca Jagger greifen.

kopenhagen-fashion-week-ganni-malene-birger
© Asger Juel Larsen

Asger Juel Larsen

Man sollte sich von Asger Juel Larsens blondem Lockenkopf und dem spitzbübischen Lächeln nicht täuschen lassen. Der Däne kleidet keine kleinen netten Jungs, sondern Männer ein, die ihre Kleider als Rüstung betrachten und ihre martialische Ausstrahlung pflegen. Larsen studierte Mode am London College of Fashion, rief 2011 sein eigenes Unternehmen ins Leben und hat seitdem regelmäßig Kollektionen in London, New York und Kopenhagen vorgeführt. 2014 gewann er den Woolmark-Preis für Männermode in Europa. Raver, Punks, Cowboys, Dandys, bei Asger Juel Larsen vermischen sich Charaktere aus Pop- und Subkultur zu einem Gang-Leader zusammen, für den Mode ebenso identitätsstiftend ist wie Musik.