Mode

Die Liste: Eine Hommage ans weiße T-Shirt

Von , 16. March 2016

©Daniel Bruno Grandl
©Daniel Bruno Grandl

Schon Helmut Lang wusste den Reiz eines weißen T-Shirts zu schätzen – zu Recht!

Ein weißes T-Shirt kann etwas sehr Beruhigendes haben. Besonders nach den Modenschauen von New York, London, Mailand und Paris erfreut sich das Auge an der Einfachheit von Kleidung: kein Schnickschnack, keine neuen Farbkombinationen, keine neuen Stoffe. Ein weißes T-Shirt aus weichem Jersey ist wie eine Entzugskur vom Modezirkus, die einen gleichzeitig noch sehr gut ausschauen lässt – vorausgesetzt, man trägt ein hübsches Exemplar. Denn obwohl das schlichte Objekt auf den ersten Blick so unschuldig dreinblickt, gibt es heutzutage unzählige Varianten und eine durchaus beachtliche Geschichte hinter dem Kleidungsstück.
Das T im Namen leitet sich natürlich von seiner Passform ab: Gerader Schnitt, runder Kragen und quasi im rechten Winkel seitlich abstehende Ärmel. Ursprünglich war es auch eher was für unten drunter und wurde von den Matrosen der Royal Navy getragen. Seinen Unterwäsche Status verlor das T-Shirt erst im zweiten Weltkrieg, als es in großer Stückzahl für die US-Soldaten hergestellt wurde – übrigens aus dem gleichen Baumwollstoff, den Coco Chanel für ihre Kostüme verarbeitete.
Auch in der Filmgeschichte konnte sich das weiße T-Shirt durchaus behaupten. An Marlon Brando  (Der Wilde, 1953) und James Dean (Denn sie wissen nicht, was sie tun, 1955) wurde es in Kombination mit Jeans und Boots zum Inbegriff des Rebell-Boy-Chics. In Außer Atem, dem Filmklassiker der Nouvelle Vague von Jean-Luc Godard, trägt es die Amerikanerin Patricia (Jean Seberg) so selbstverständlich, dass das bisher vorrangig männliche Kleidungsstück zum Accessoire für toughe, unabhängige Frauen wird.

Ein von @a.p.chocron gepostetes Foto am


In der High-Fashion kam es in den 90-er Jahren an, als Dolce und Gabbana mal wieder ihr Gespür für modische Trends bewiesen und die Models in weißen T-Shirt über den Laufsteg schickten. Helmut Lang, der King des Minimalismus, beschreibt den Reiz des Shirts wie folgt: „Es ist das einzige Kleidungsstück, das sich unseren Wünschen völlig unterwirft. Mal Unterwäsche, mal Oberbekleidung, es ändert sich je nach Sitten und Saison.“
Wir haben die schönsten weißen T-Shirts der aktuellen Saison herausgesucht und dabei festgestellt, wie vielfältig Einfachheit sein kein – also doch keine modische Entzugskur.

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