Mode

Die Trends der London Fashion Week

Von , 25. February 2016

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Alexander McQueen, J.W.Anderson, Burberry ©Marcio Madeira

Vom 19. bis 23. Februar wurden in London die Kollektionen für den Herbst-Winter 2016/17 präsentiert – wir zeigen die wichtigsten Trends

Die Londoner Fashion Week ist bekannt für die Förderung kreativer Jung-Designer, die mit neuen Ideen immer wieder die Modebranche auf den Kopf stellen und als Gegenpol zum kommerziellen New York und traditionellem Mailand und Paris eine frische Brise durch die Modebranche wehen lassen. Das liegt vor allem an den guten Universitäten der Stadt, darunter die Central Saint Martins. Ihre Abschluss-Show, die den Auftakt der Londoner Fashion Week bildet, zeigt die Mode-Stars von morgen. Der Amerikaner Michael Halpern beeindruckte mit futuristischen Bodysuits und Amelie Beluze mit sexy Knitwear.
Aber auch große Namen kehrten dieses Jahr auf den Londoner Laufsteg zurück. So präsentierte Sarah Burton, Chef-Designerin von Alexander McQueen, seit vierzehn Jahren zum ersten Mal wieder in der britischen Hauptstadt. Die Londoner Fashion Week war für ihren verstorbenen Vorgänger und Firmengründer Alexander McQueen das Sprungbrett für eine internationale Karriere.
Kein Newcomer-Label, sondern eine britische Traditionsmarke brach jetzt mit den alten Strukturen der Prêt-à-Porter: Burberry-Chefdesigner Christopher Bailey legte zum ersten Mal die Männer- und Frauenpräsentation zusammen. Wer nicht zur Show geladen war, konnte noch am gleichen Tag einen Blick auf ausgewählte Stücke aus der kommenden Winter-Kollektion werfen. Sie wurden im Flagship-Store in der Regent Street präsentiert, ab dem 1. Mai wandern die Kollektionteile dann in den Pariser Store in die Rue du Faubourg Saint-Honoré, online können wir sie jetzt schon vorbestellen. Ab September können wir dann die gesamten Kollektionen, die das Label in London zeigt, direkt nach der Präsentation online und in den wichtigsten Verkaufsstellen kaufen. In New York wurde das Prinzip „Sehen und Kaufen“ jetzt schon von einigen Designern anlässlich der aktuellen Kollektions-Präsentationen zelebriert. Die Entwicklungen der Prêt-à-Porter bleibt also spannend.
Aber zunächst einmal zeigen wir hier im Anschluss an die Berliner und New Yorker Trendvorschauen, die wichtigsten Tendenzen aus London.

Starke Ruffles

Rüschen sind lieblich und mädchenhaft. Falsch! Die Londoner Designer zeigen jetzt Kreationen, die Stärke ausstrahlen. Burberry spielt mit Gegensätzen – ein rostfarbenes Kleid mit Rüschen in der Front bekommt Power durch einen steifen Kragen, seriöser 7/8-Länge und einen breiten Gürtel in der Taille. Mulberry erzielt diese Wirkung bei einem olivfarbenen Kleid mit Rüschen in der Front, das aus toughem Leder geschneidert ist. J.W. Anderson versprüht mit einem gestuften Rüschen-Rock aus Neopren Erotik und Future-Feeling.

Fantastic Strick

An einem groben Strick-Pullover in Oversize kommen wir in der nächsten Saison nicht vorbei. Mit den neuen Kreationen setzten wir Statements. Pringle of Scotland interpretiert den Norweger mit skulpturaler Schnittführung neu. Peter Pilotto holt mit einem ausgefallenen Rautenmuster 70er-Flair in die Moderne. Christopher Kane mixt romantische Blumenstickerei mit futuristischen, angesetzten Halbhandschuhen. Und Topshop Unique setzt auf psychedelischen Leo-Print.

Modern Suits

Die Londoner Designer bieten der modernen Frau jetzt Anzüge, die sie stilsicher durch den Arbeitsalltag bringen. Erdem verleiht Hahnentritt-Anzügen im 60er-Stil mit ausgefransten Säumen Aktualität, Gareth Pugh überführt den Stil der 40er mit spitzen Schultern in die Gegenwart und Sarah Burton entwirft für Alexander McQueen futuristische Smokings, indem sie asymmetrische Kragen-Optiken erzeugt und Hosen im Bondage-Look kreiert.

Neue Kragenweite

Süße Etui-Kleider werden jetzt mit der richtigen Portion Toughness ausgestattet – und zwar mit Kragen. Mary Katrantzou setzt einem gemusterten Hemdblusenkleid einen klassischen hellblauen Kragen im Herrenstil entgegen. Roksanda komplementiert ein A-Linienkleid im 60er-Stil mit rundem Samtkragen. Burberry konnotiert ein mädchenhaftes Brokatkleid durch spitzen Kragen intellektuell.

Lammfell Deluxe

Ob Jacke oder Mantel – die Investition in ein Lammfell-Stück lohnt sich. Mit den neuen Kreationen kommen wir warm und stilsicher durch den nächsten Winter. Burberry versetzt seinen Lammfellmantel mit glamourösem Brokat, Topshop Unique legt eine Perfecto in Graumeliert neu auf. Mulberry kehrt das Lammfell nach außen und erzeugt dadurch elegantes Retro-Flair.

Soft Military

Der Military-Look wird auf den Londoner-Laufstegen seiner Machtfunktion beraubt, das ist Befreiung in Stoffform. Bei Burberry wird ein Uniform-Jacket mit einem Flapper-Dress kombiniert. Temperley nimmt einem grauen Military-Mantel in Kombination mit einem romantischen Rüschen-Dress die Strenge. Mulberry schneidert ein damenhaftes Cape mit Uniform-Elementen.

Scharfe Spitze II

Was sich auf den Laufstegen von New York abgezeichnet hat, manifestiert sich jetzt in London. Schuhe werden in der kommenden Wintersaison spitz. Joseph zeigt extravagante Riemchen-Slipper in roter Schlangenoptik, Peter Pilotto Wildleder-Stiefeletten mit futuristischen Metallic-Manschetten, Paul Smith moderne Louis-Quatorze-Slipper mit Schleifen.