Mode

Black Pride entert die High Fashion

Von , 16. February 2016

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Beyoncé, Rihanna, Esther Kamatari, Maria Borges – diese Power-Frauen sorgen jetzt für mehr Vielfalt in der High-Class Modewelt

Makel, Androgynie, Heroin-Chic, Alien-Look – die Prêt-à-Porter brachte immer wieder Trends hervor, die gängige Schönheitsideale umwälzten, selbst vor den Geschlechterrollen machte sie keinen Halt und schickte Transgender-Models über den Laufsteg und leistete damit Bahnbrechendes. Doch lange Zeit herrschte zwischen schwarzen und weißen Models kein Gleichgewicht – sowohl auf den Laufstegen als auch als Gesichter der großen Werbe-Kampagnen sind schwarze Frauen in der Unterzahl. Supermodels wie Iman und Naomi Campbell galten noch in den 1990er als große Ausnahmen in der Luxusmode-Industrie. Ihre Nachfolger von heute heißen Jourdan Dunn, Chanel Iman und Malaika Firth, von einem ausgewogenen Verhältnis kann aber immer noch nicht die Rede sein. Marktanalysen geben den Kaufstarken Luxus-Abnehmern aus Asien und Russland die Schuld an der Ungleichheit – angeblich sollen die schwarzen Schönheiten keinen Identifikations-Faktor bieten. Dieser Tendenz konnten in jüngster Zeit vier starke Frauen entgegenwirken und beweisen, dass die Hautfarbe kein Kriterium mehr ist, um als Schönheitsvorbild für Frauen auf der ganzen Welt egal welcher Hautfarbe aufzutreten.

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©Gucci

Beyoncé
Mit der Veröffentlichung des Videos zu ihrem jüngsten Song „Formation“ klagt Beyoncé Diskriminierung gegenüber Schwarzen an und zitiert mit ihren Aufnahmen zum Beispiel die verheerenden Auswirkungen des Hurricane Catrina auf die schwarze Bevölkerung von New Orleans (Beyoncé steht auf einem sinkenden Polizeiwagen, der in der überfluteten Südstaaten-Stadt untergeht) und die Gewalt der Polizei gegenüber Schwarzen (ein kleiner Junge tanzt vor einer Gruppe Polizisten vor einer Wand mit der Aufschrift „Stop Shooting“). Neben den Quotes solcher Ungerechtigkeiten untermauert sie ihre Message, stolz auf eine schwarze Identität zu sein, mit dem neusten Prêt-à-Porter-Look. So inszeniert sie sich im Kolonialstil der Südstaaten-Ladies – mal in einer transparenten Kreation von Gucci, mal in einem weißen Spitzenkleid von Zimmermann und Alessandra Rich. Mit dem Stilzitat auf die Geschichte der Sklaverei macht sie deutlich, dass sich die Machtverhältnisse ebenso geändert haben, wie das Schönheitsideal. „I like my baby hair, with baby hair and afros. I like my negro nose with Jackson Five nostrils“, singt sie. Mit diesem Selbstbewusstsein wird Beyoncé zur Stilikone für Frauen jeder Herkunft.

Maria Borges
Das schwarze Schönheitsideal leben und nicht verbergen – unter diesem Motto trat auch Maria Borges am 10. November 2015 als sexy Engel auf den Victoria’s Secret-Laufsteg in New York. Mit ihrem Auftritt feierte der amerikanische Lingerie-Gigant nicht nur sein 20. Jubiläum, sondern auch eine Premiere. Maria Borges geht als erstes schwarzes Model in die Fashion-Geschichte ein, das mit einem natürlichen Afro über den Laufsteg lief. „Bei meiner dritten Victoria’s Secret Show mit dem Afro aufzutreten, war bisher der sexieste Moment meiner Karriere“, verriet das Model nach der Show.

 

 Rihanna Die Popsängerin Rihanna konnte als erste Schwarze einen der lukrativsten und wichtigsten Kampagnen-Deals der Mode-Branche eintüten. Im letzten Frühling posierte sie in der „Secret Garden“-Werbung von Dior für ein Video und eine Printkampagne in den Kreationen des Labels vor den Toren des Barockschlosses Versailles vor der Linse von Starfotograf Steven Meisel. Damit hat sie den Olymp der High Fashion erklommen. „Es ist eine echt große Sache für mich, für meinen kulturellen Hintergrund, für viele junge Mädchen jeglicher Hautfarbe. Von Dior anerkannt zu werden, bedeutet viel, um sich als Frau schön und elegant zu fühlen“, erklärte Rihanna damals.

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 Esther Kamatari
Auch die Beauty-Branche wacht langsam auf und setzt auf Vielfalt. Die Kosmetikmarke Guerlain engagiert mit Esther Kamatari eine ganz besondere Markenbotschafterin. Die Prinzessin von Burundi gilt mit ihren Auftritten in den 1970ern nicht nur als erstes schwarzes Model, das auf den Pariser Laufstegen auftauchte, sie ist gleichzeitig eine engagierte Frauenrechtlerin, die sich durch ihr soziales und politisches Engagement auszeichnet. Das macht sie zum perfekten Aushängeschild für die Kosmetikmarke, deren Schönheitsideale auf Diversität gegründet ist.

@Guerlain
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