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Die Liste: Ausstellungshighlights im Winter 2015

4. December 2015

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Collage: ©Maria Dabow – Filmstill “Pristine, ©Sarah Moon

Galerien und Museen trumpfen mit sehenswerten Künstlern auf

Der Kunstherbst ist längst in voller Blüte und während die internationalen Kunstmessen einander ablösen, so glänzen jetzt und in den kommenden Wintermonaten auch zahlreiche Galerien sowie Museen mit ihren neuen Ausstellungen. Dies sind unsere fünf Highlights in Köln, Hamburg und Berlin:

1. Joan Mitchell im Museum Ludwig, Köln

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©Joan Mitchell

Joan Mitchells liebstes Medium war die Ölfarbe auf Leinwand – eines der klassischsten Duos der Kunstgeschichte. Statt sich allerdings in diese Tradition einzureihen, versetzte die 1992 verstorbene Malerin, die zu den wichtigsten Vertreterinnen des Abstrakten Expressionismus zählt, die Farbe in einen Zustand der Freiheit: Verabschiedet wurden die Schranken der Konturen, umarmt die Abstraktion zwischen Sinnlichkeit und Kalkül, mit der sich Mitchell ihren Platz in der von Männern dominierten Kunstrichtung behauptete. In Köln können sich die Besucher davon anhand von rund 30 teils sehr großformatigen, mehrteiligen Gemälden selbst überzeugen.

Joan Mitchell. Retrospective. Her Life and Paintings“, 14. November 2015 bis 21. Februar 2016, Museum Ludig, Köln.

Ausführlicher wurde die Gruppenschau von Lottermann und Fuentes „PING PONG / PARIS“ als weiteres Ausstellungshighlight vorgestellt.

2. Fotografien von Germaine Krull im Martin-Gropius-Bau, Berlin

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©Germaine Krull

Mit „Germaine Krull – Fotografien“ widmet der Martin-Gropius-Bau einer der bedeutendsten, aber bislang viel zu wenig beachteten Fotografinnen der zwanziger und dreißiger Jahre eine umfassende Retrospektive. Neben einem ihrer bekanntesten Werke, „Selbstporträt mit Icarette“ von circa 1928, werden 129 weitere Originalabzüge sowie Auszüge aus Fotoillustrierten zu sehen sein, die den Innovationswert dieser Pionierin der modernen Fotografie in ihrer Zeit herausstellt und ebenso evident werden lässt, welchen Einfluss Germaine Krull auf nachfolgende Fotografinnengenerationen wie die „Feministische Avantgarde“ ausgeübt hat.

Germaine Krull – Fotografien“, 15. Oktober 2015 bis 31. Januar 2016, Niederkirchnerstraße 07, Martin-Gropius-Bau, Berlin.

3. Sarah Moon „Now And Then“ im Haus der Photographie, Hamburg

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©Sarah Moon

Einer weiteren wichtigen Fotografin widmet das Haus der Photographie in Hamburg eine Retrospektive: Sarah Moon. 1968 griff das damalige Model erstmals zur Kamera und sollte sie seither nicht mehr aus der Hand legen. Die Fotografin und Filmemacherin hat in den letzten Jahrzehnten für international renommierte Modehäuser wie Cacharel, Dior, Chanel, Comme des Garçons und Issey Miyake gearbeitet und mit ihren unverwechselbaren verträumten Bildern die sogenannte Mood-Fotografie geprägt. Rund 350 Fotografien und fünf Filme entführen den Besucher der Ausstellung, die weltweit zum ersten Mal das Gesamtwerk der Fotografin aufarbeitet, in Sarah Moons mythische Welt.

Sarah Moon „Now And Then“, 27. November 2015 bis 21. Februar 2016, Deichtorhallen / Haus der Photographie, Deichtorstraße 01-02, Hamburg.

4. “Anton Corbijn Retrospektive – Hollands Deep & 1-2-3-4” im C/O Berlin, Berlin

Tom Waits, Santa Rosa, CA 2004 ©Anton Corbijn
©Anton Corbijn

Nick Cave, Björk, Tom Waits, Johnny Depp: Anton Corbijn hat sie alle vor die Linse bekommen. Der Niederländer ist der Star unter den Starfotografen. Seine Bilder suchen nach dem Menschen hinter der Maske – und offerieren dem Betrachter einen Blick hinter die Kulissen der Realität. Das Einfangen von Momenten persönlicher Authentizität gelingt Anton Corbijn über den Aufbau intensiver Beziehungen zu den Künstlern, seine Bilder schießt er außerhalb des Studios. Zu seinem 60. Geburtstag feiert das C/O Berlin ihn mit einer Ausstellung in zwei Teilen: Mit frühen schwarz-weiß Aufnahmen bis hin zu konzeptuellen Serien bietet “Hollands Deep” eine Zusammenschau Corbijns gesamten Werks der letzten vierzig Jahre. 1-2-3-4 zeigt seine Arbeiten aus der Musikszene inklusive noch nie veröffentlichter Fotografien.

„Anton Corbin Retrospektive –Hollands Deep & 1-2-3-4“, 07. November bis 31. Januar 2016, C/O Berlin, Hardenbergstraße 22–24, Berlin.

5. “LOOK! Modedesigner von A bis Z” im Museum für angewandte Kunst Köln

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©”LOOK! Modedesigner von A bis Z”

Beständig erweitert das Museum für angewandte Kunst Köln seine Sammlung historischer und zeitgenössischer Mode. Für “LOOK! Modedesigner von A bis Z” holt das Museum nun eine Auswahl der wichtigsten Neuerwerbungen der vergangenen Jahre hervor, beginnend bei Entwürfen aus den sechziger Jahren bis heute. Als Reaktion auf immer wiederkehrende Trends erteilt das Museum dabei einer streng chronologischen Präsentation eine Absage, um den Besuchern stattdessen ein ABC der Modedesigner und Modefirmen zu präsentieren. Vertreten sind Kleidungsstücke von unter anderem Aigner, Alexander McQueen, Bernhard Willhelm, Céline, Chanel, Christian Dior, Diane von Fürstenberg, Emilio Pucci, Etro, Fendi, Gianni Versace, Givenchy, Gucci, Hermès, Issey Miyake, Jimmy Choo, JOOP!, Kenzo, Lacoste, Longchamp, Manolo Blahník, Miu Miu, Moschino, Nina Ricci, Opening Ceremony, Paul Smith, Prada, Rena Lange, Salvatore Ferragamo, Thierry Mugler, Valentino, Vivienne Westwood, Yves Saint Laurent und Zadig & Voltaire.

LOOK! Modedesigner von A bis Z – Die Sammlung des MAKK“, 19. September 2015 bis 28. Februar 2016, Museum für angewandte Kunst Köln, An der Rechtschule, Köln.

Autorin: Teresa Köster