Lifestyle

Kunst-Tipps fürs Wochenende

Von , 15. April 2016

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The Idiot III (One Minute Sculpture), 2010 © Erwin Wurm, VG BILD-KUNST Bonn, 2016 , Courtesy: Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg, Paris, Foto: Studio Erwin Wurm

Endlich Freitag! Zeit für ein bisschen Kultur – nicht nur in Köln ist die Art Cologne bereits in vollem Gange, auch in Berlin und München eröffnen an diesem Wochenende Ausstellungen, die wir rot im Terminkalender eingekringelt haben:

Berlin: „Bei Mutti“ von Erwin Wurm in der Berlinischen Galerie

In den späten Achtzigern weilte Erwin Wurm noch als DAAD-Stipendiat in Berlin, nun ist er mit seiner ersten Einzelausstellung zurück in der Hauptstadt. In seinen Arbeiten lotet der Künstler stets die Grenzen zwischen Skulptur, Objekt und Performance aus: Um den Besuchern die Enge der Provinz physisch erfahrbar zu machen, hat der Künstler nun sein Elternhaus nach Berlin geholt und zwar in Gestalt eines begehbaren und auf eine Breite von 1,10 Meter verengten Nachbaus – eine Auseinandersetzung mit der Heimat “bei Mutti”. Mit Erwin Wurms “One Minute Sculptures“ wird der Besucher selbst für eine Minute zum Teil des Kunstwerks, vorausgesetzt er folgt den gezeichneten, fein ironischen Handlungsanweisungen des Künstlers.

15. April bis 22. August. Berlinische Galerie. Alte Jakobstraße 124–128. 10969 Berlin.

München: „WE AM“ von Wolf Gaertner im Bean Store

In Zeiten der großen Flüchtlingsdebatte haben der Fotograf Wolf Gaertner und die Bean Store Besitzerin Laura Bohnenberger ein besonderes Installations-Projekt ins Leben gerufen: „WE AM“. Bis Ende April werden 130 Portraits die komplette Innenseite des Shop-Schaufensters schmücken – fotografiert wurden bekannte Münchner Gesichter (darunter z. B. der Barbesitzer Robinson Kuhlmann oder Amédéé Till, dessen Familienbande wir in der zweiten L’Officiel Ausgabe portraitiert haben) sowie Locals aus New York und Brasilien. Darunter mischen sich Portraits von Flüchtlingen. Es werden keine Unterscheidungen gemacht, die Grenzen verschwimmen, aus den Individuen wird eine Gruppe. Ein eindrucksvolles Experiment, das sich mit unserer Wahrnehmung von Menschen anderer Kulturkreise auseinandersetzt.

15.04. bis Ende April. Die Vernissage findet am 15. April um 17 Uhr statt. Bean Store. Theresienstraße 25. 80333 München.

Köln: „Anruf“ von Andro Wekua im Kölnischen Kunstverein

Pünktlich zum Startschuss der Kunstmesse „Art Cologne“ hat gestern Abend die Ausstellung „Anruf“ des Künstlers Andro Wekua im Kölnischen Kunstverein ihre Pforten geöffnet. Ausgehend von seiner eigenen Biografie, die durch die Erfahrung des Bürgerkrieges in seinem Heimatland Georgien geprägt wurde, beschäftigt sich der heute in Berlin und der Schweiz lebende Künstler mit der Konstituierung des persönlichen und kollektiven Gedächtnisses – dabei entführt er die Betrachter in geheimnisvolle, teils beängstigende Traumwelten. Was ist Fiktion, was Imagination und was Interpretation? Für seine Arbeiten bedient sich Wekua an Bildern, die er entkontextualisiert und in Zeichnungen, Malereien, Installationen und Filmen zu neuen, surrealen Kombinationen vereinigt.

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©Andro Wekua, Foto: Till Janz c/o Shotview Syndication for 032c Courtsey Gladstone Gallery, New York and Brussels / Sprüth Magers

15. April bis 19. Juni. Kölnischer Kunstverein. 50667 Köln, Hahnenstraße 6.