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Buchtipps fürs Wochenende

Von , 29. June 2017

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“Das geträumte Land” von Imbolo Mbue, Kiepenheuer & Witsch
 Verlag

Ein Herz kann man 
nicht reparieren? 
Lieber in einem kleinen, sicheren Tresor verstauen? Herzschmerz kommt 
aber trotzdem. 
Alte Weisheit: “Da hilft küssen nur … ” − hier kommen unsere Buchtipps zum Wochenende

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Margaret Atwood könnte man den Titel “Grande Dame der Dystopie” verleihen. 
In ihrem neuesten Werk verpflichtet sich das Paar Stan und Charmaine, arm geworden durch die Wirtschaftskrise, an einem 
sozialen Experiment teilzunehmen. 
Abwechselnd befinden sie sich in Freiheit 
und in Gefangenschaft. Zerreißprobe!

“Das Herz kommt zuletzt” von Margaret Atwood, Berlin Verlag, 
400 Seiten, etwa 22 Euro

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Sie haben mittlerweile einen Garten, aber wegen der Kinder keine Zeit mehr. Deswegen mähen sie einfach alles gleichmäßig ab. Pragmatismus einer 
Langzeit-Ehe. Einzige Überlebende: die Hochzeitspflanze. Damals ein 
Geschenk, dann vertrocknet, findet sie neben dem Komposthaufen zu neuem Leben. Da die Blätter des Drachenbaums aber für Kinder giftig sind, 
wird sie nun in ein Extra-Zimmer verbannt. Alltagstragödie mit Humor.

“Thomas & Mary” von Tim Parks, Antje Kunstmann Verlag
, 336 Seiten, etwa 22 Euro

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Endlich wurde die amerikanische Autorin Katie Kitamura ins Deutsche übersetzt! Zu ihren Anhängern gehört sogar der unbestechliche 
Karl Ove Knausgård. Ihr Stil: rasiermesserscharf, hemingwayesk. Die 
Protagonistin sucht ihren verschwundenen Mann, von dem sie 
sich scheiden lassen will, auf einer griechischen Insel. Sie findet ihn tot. 
Doch gerade die Endgültigkeit entfacht ein neues Verlangen.

“Trennung” von Katie Kitamura
, Carl Hanser Verlag, 
720 Seiten, etwa 
22 Euro

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Kann man in einem Unrechtsstaat das Richtige tun? Kommissar Rath will 1934 in Berlin für Recht und Ordnung sorgen, kein Nazi sein, aber politisch nicht anecken. Im 6. Band seiner Krimi-Reihe beschreibt Volker Kutscher, wie ein sympathischer 
Mitläufer in einer Diktatur moralisch ins Schlingern gerät. Die Krimi-
handlung mit Showdown im Lunapark ist spannendes Beiwerk. Wahrgenommen werden, wichtig 
sein. Diese Sehnsucht setzt in David Foenkinos’ Mediensatire “Das geheime Leben des Monsieur Pick” alle Figuren in Bewegung. Ein posthum entdeckter Liebesroman wird 
Pizzabäcker Pick zugeschrieben und zum Bestseller gehypt. Jeder 
Bekannte von Pick glaubt sich im Buch abgebildet, fühlt sich ganz neu verstanden. Und dann beginnt die Einbildung, die Realität zu verändern.

“Das geheime Leben 
des 
Monsieur Pick” von David Foenkinos, 
DVA
, 336 Seiten, etwa 20 Euro

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“Glaubst du, ich habe keine Angst? Aber hat Angst 
schon irgendwem geholfen?”, fragt ein Mann seine Frau. 
Das Kind muss in dieser Nacht allein schlafen, denn der Vater möchte mit niemandem kuscheln, den er vielleicht mal eines Tages enttäuschen wird. Szenen von herzzerreißender Wahrhaftigkeit und Wärme – über eine Familie aus Kamerun in New York.

“Das geträumte Land” von Imbolo Mbue, Kiepenheuer & Witsch
, 433 Seiten, etwa 22 Euro

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Als Jason noch im 
Gefängnis sitzt, fragt er 
den Geistlichen: 
”Warum glauben Sie 
an Gott?” – “Weil ich 
es fühle”, antwortet dieser. “Tja, und ich fühle Wut. 
Daran glaube ich. Das ist 
meine Religion.” Als 
Jasons Bruder stirbt, adoptiert er dessen kleine Tochter. 
Und für die Wut ist gar nicht mehr so viel Platz. 
Harte Schale, weicher Kern. Der britische Autor 
Van Booy erzählt weniger 
von der Lücke, die wir 
im Leben spüren, sondern richtet seinen Fokus auf 
die Verbindungsstellen: was uns trotz aller existenziellen Einsamkeit verbindet.

“Mit jedem Jahr” von Simon Van Booy, Insel Verlag
, 310 Seiten, 22 Euro