Lifestyle

London, Baby.

Von , 9. December 2015

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Lisa Feldmann – Mein Leben als Chefredakteurin

Gibt es einen magischeren Ort in der Vorweihnachtszeit? Okay, New York macht es auch ganz gut, der Weihnachtsmarkt in Paris, entlang den Champs Elysées ist charming – selbst Berlin macht eine prima Figur in diesen letzten Wochen vor Heiligabend. Aber London ragt einsam heraus.
Unser Wochenende begann mit einer erstaunlich relaxten Anreise – der Express-Zug von Heathrow bringt einen in nicht mal zwanzig Minuten nach Paddington Station. Zu unserem Hotel, mitten in Mayfair gelegen, braucht das Taxi gerade zwölf Minuten.
Check in, dann, gleich los: Dover Street. Acne Store. Vier Stockwerke, schmal, beinahe intim. Ab der zweiten Etage der Style von Trompe l’oeuil, mannshohe Leinwände mit den Zeichnungen von Jeremiah Goodman, die den hier gezeigten Kollektionen einen noblen Touch verleihen. Ein kleiner Dachgarten, das wahre Schmuckstück inmitten der funkelnden Metropole, kostbarer als jeder Stein, wie sie um die Ecke bei Graff, Asprey, Farbergé zu bewundern sind.
Dann Doverstreet-Market, der Klassiker: ein wenig Manufactum-Groove, etwas goop-website-spirit (Try The Granola!), viel Rei Kawakubo und Junya Watanabe. Immer noch Raf, forever Vivienne Westwood, und der schönste Fellmantel, den sich Phoebe Philo je für Céline augedacht hat. Dann rasch einen Drink, das geht sogar outdoors, milde 15 Grad, noch immer, obwohl es jetzt eindunkelt. Nur einen Blick hinein werfen in den Victoria Beckham Laden, rasch bei James Perse ein T-Shirt probieren, dann Thomas Demand anschauen, am Ende der Strasse im romantischsten Standort der Sprüth Magers Gallery (okay, L.A. kenne ich noch nicht, aber dieser hier wird für immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben). Um acht: Dinner bei Frank. Old School Mayfair, keine 50 Meter vom Ritz entfernt. Noch einen Drink an der Hotel Bar. Feierabend.
Der Samstag gehört Harrods. Besser gesagt: meiner Jagd nach Weihnachtsaccessoires. Hier wurde schliesslich das “Trim The Tree” erfunden. Ich suche nach einer Girlande, die im Downton-Abbey Style auf unserem Kamin drapiert werden soll. Copy that.
Vier Weihnachtsbaumanhänger, drei Hundespielzeuge und einen ausgewählten Stoss Weihnachtskarten später geben wir auf. Ich entspanne bei einer “Quick Caviar Manicure” im Harvey Nichols Department Store (nicht ohne mich im zweiten Stock in eine Carven-Hose zu verlieben). Schon gehts weiter: J. Crew. Leider enttäuschend irgendwie, somehow they’ve lost it.
Der Nachmittag gehört den Lieblingsläden von Queen Mum, ich erstehe eine Hundepfeife, die auch die Queen für ihre Corgis nutzt. Sollte der Dackel nicht darauf hören, gibt sie jedenfalls einen hübschen Schlüsselanhänger ab. Dann – what else – Teatime im Claridge’s.
Kunst wäre jetzt noch eine Option. Oder doch lieber Theater? Wir sabbeln uns fest, bummeln durch die festlichen Strassen, überall Christmas Carols. Schliesslich Dinner, irgendwo in Soho.
Sonntag dann der Höhepunkt: Fortnum & Mason. Tee-Rausch, Ginger-Cookies aus Schottland, Küchenhandtücher, ein paar Mugs, noch mehr Weihnachtsbaumanhänger. Beinahe vier Stunden verbringe ich in diesem Interior-Heaven. Nochmal Lunch, wieder unter freiem Himmel. Dann langsam Richtung Flughafen.
Zuhause wickle ich zuerst die Girlande aus dem Seidenpapier, wir haben sie in einer überdimensionalen Plastiktüte mitgeschleppt, lege sie über den Kamin-Sims, zünde eine der Gingerbread Candles an, die es anstandslos durch den Zoll geschafft haben.
“I feel it in my fingers, I feel it in my toes, Christmas is all around me….”

Tags: #Kolumne, #Lisa Feldmann