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Lola Kirke – diese New Yorkerin muss man kennen!

13. January 2016

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In der neuen Komödie „Mistress America“ von Noah Baumbach und Greta Gerwig feiert die Nachwuchs-Schauspielerin gerade ihren großen Durchbruch

Lola Kirke wird in „Mistress America“ als Tracy, ein College-Freshman, Greta Gerwig zu Seite gestellt, die die ebenso kreative wie vermeintlich erfolglose Brooke mimt. Tracy benutzt ihre angehende Stiefschwester als Inspiration für eine Kurzgeschichte, die ihr zur Aufnahme in den angesehenen Schriftsteller-Club ihrer Uni verhilft. Brooke muss sich im Laufe des Films Tracy stellen, die ihr Leben objektiv und wertend aufs Papier bringt. Die Lektion wird aber am Ende Tracy erteilt, deren Maßstäbe von Erfolg und Anerkennung durch ihre Heldin ins Wanken geraten. Tracy erkennt, dass die Wahrhaftigkeit des Lebens nicht in der objektiven Betrachtung steckt, sondern in den feinen Nuancen zu finden ist, abseits der Angepasstheit.
Die Rolle der angehenden Schriftstellerin, die zunächst ebenso nerdig wie arrogant daher kommt, um sich dann wieder selbst in Frage zu stellen, scheint Lola Kirke wie auf den Leib geschnitten zu sein – Kirke, die in London geboren ist und seit ihrem fünften Lebensjahr in New York lebt, ist Teil einer jungen Generation, die sich in einer schnelllebigen Gesellschaft, in der Erfolg oft an finanziellen Parametern bemessen wird, Kreativität und Individualität bewahren möchte.
Nicht nur ihr familiärer Hintergrund, sondern auch eine Niederlage in jungen Jahren ebneten ihr den Weg in die junge kreative Szene von New York. Als Tochter von Simon Kirke, dem ehemaligen Schlagzeuger der Rockband „Bad Company“ und Lorraine Kirke, die dem Dellal Clan entspringt und mit ihrer Vintageboutique einen Teil der Ausstattung der Kult-Serie „Sex and the City“ stellte, werden ihre schauspielerischen Ambitionen schon früh gefördert. Mit elf Jahren machte sich Lola nach Los Angeles auf, um dort für eine Film-Rolle vorzusprechen, die ihr keine Geringere als Kristen Stewart vor der Nase wegschnappte.
Heute blickt die 25-Jährige mit Erleichterung auf diesen Misserfolg zurück, ermöglichte er ihr doch zunächst die Schule und das College zu beenden.
Während für ihre Schwester Jemima Kirke, die als Jessa Johansson in der Kult-Serie „Girls“ internationale Berühmtheit erlangte, ihre Karriere als Malerin im Vordergrund steht, sucht Lola als ernstzunehmende Schauspielerin Anerkennung. Mit einem geschickten Händchen für die Auswahl ihrer Rollen sorgt sie dafür, nicht wie einige ihrer jungen  Kolleginnen im Mainstream unterzugehen.
Zunächst testet sie sich mit kleinen Auftritten in „Gone Girl“ und in der HBO-Serie „The Leftovers“, um mit der richtigen Portion Erfahrung und Selbstbewusstsein größere Rollen anzugehen. In der Drama-Komödie „Free The Nipple“ (2014) tritt sie dann als Frauenrechtlerin Liv ins Rampenlicht und in der Amazon-Serie „Mozart in the Jungle“ (2014-2015 unter: amazon.de) probiert sie sich erstmals in der Rolle des modernen Nerds – als Oboistin Hailey muss sie sich in der heutigen Welt der klassischen Musikszene behaupten. Die Macher um die Internet-Serie sind ebenso wie Baumbach und Gerwig der New Yorker Kreativen-Szene verhaftet – Roman Coppola und Jason Schwartzman sind die Köpfe hinter „Mozart in the Jungle“, die jetzt mit einem Golden Globe in der Kategorie beste Comedy-Serie ausgezeichnet wurden.
2016 dürfen wir uns gleich auf zwei Filme freuen, in denen Kirke ihr schauspielerisches Talent unter Beweis stellen kann, in den Dramen „Fallen“ und „Awol“ wartet sie mit zwei tragischen Frauen-Rollen auf. Wir sind gespannt. Aber zunächst einmal können wir sie noch in „Mistress America“ bewundern, der zurzeit in den deutschen Kinos läuft.

Text: Christine Korte

Tags: #Feature, #Film, #Lola Kirke