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Lesetipp: Timo Feldhaus

Von , 19. November 2015

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Auguststraße. Die ehemalige jüdische Mädchenschule wird zu einem Zentrum gehobenen Konsums. Der Geist des Ortes wird beschworen. Doch wer sich hier einst verliebte, vom Geist und jungen Frauen geküsst, gerät ins Grübeln.

Den alten Gang entlang geht es, einmal links, ganz ans Ende des Gebäudes. Es ist Freitag, Michael Fuchs lädt zur Pressekonferenz. Der Charlottenburger Galerist hat auf dreißig Jahre die seit vielen Jahren verfallende ehemalige jüdischen Mädchenschule in der Auguststraße gemietet, von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Er will rund vier Millionen Euro in eine behutsame Sanierung des Gebäudes investieren. Das teure Szene-Restaurant Grill Royal wird als Mieter einziehen, ein Buchladen soll kommen. Im dritten Stock, der weiterhin Aula genannt werden soll, will Fuchs eine kommerzielle Galerie errichten, leider noch ohne Idee, mit was für Kunst.

Für mich ist der Weg durch die maroden Gänge, in der sich Farbstreifen von der Decke wellen, ein schwärmerischer Akt. Vor knapp fünf Jahren habe ich hier meine Liebe kennengelernt. Es war die 4. Berlin Biennale, im Raum der Pressekonferenz, der früher einmal eine Turnhalle war, stand eine Installation von Paul McCarthy, Holztüren schlugen ständig mit voller Wucht gegeneinander. Wir waren die Guards, wir passten auf die Kunst auf, wir kamen ins Gespräch. Kurze Zeit später bekamen wir eine Tochter, sind völlig aus Versehen an den Kollwitzplatz gezogen und seit kurzem Teil einer Baugruppe.

 

… das ganze Essay “Verliebt in Berlin” von Timo Feldhaus lesen Sie auf waahr.de

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