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Lesetipp: Rick Owens – “Ich bin ein Diktator”

Von , 17. December 2015

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Grunge und Sport bestimmen seine Mode, Kollaps und Erfolg sein Leben: Ein Interview mit dem Designer Rick Owens.

Herr Owens, Sie sehen ziemlich fit aus. Haben Sie heute schon trainiert?

Ja. Trainieren ist für mich wie Zähneputzen. Sport ist mir sehr wichtig. Ich habe meinen Körper dadurch vollkommen verändert.

Wie sahen Sie denn früher aus?

Weich und schwach. Aber wenn ich gewusst hätte, wie hart es ist und wie lange es dauert, bis man so aussieht… Ich habe natürlich Steroide genommen, sonst hätte ich die Motivation verloren.

Haben Steroide nicht schlimme Nebenwirkungen?

Welche? Ich habe keine Nebenwirkungen gespürt. Verglichen damit, was ich meinem Körper früher angetan habe, lebe ich jetzt supergesund. In meinen Zwanzigern war ich schwerer Alkoholiker.

Wie war es so weit gekommen?

Aus Angst und Scham. Ich hatte kein Selbstvertrauen. Es war ein langer Weg bis dahin, wo ich jetzt bin. Als Kind war ich sehr ruhig und schüchtern. Ich bin ein Einzelkind und habe nie gelernt, mit anderen zusammen zu sein. Ich habe immer alleine gespielt.

Aber Sie hatten den Mut, nach der Highschool aus Ihrem Geburtsort Porterville in Kalifornien ins Hunderte Kilometer entfernte Los Angeles zu ziehen, um Kunst zu studieren?

Das war die Idee meiner Mutter. Sie hatte von dieser Kunstschule gehört und hat alles für mich organisiert. Ich war ja ein Kiffer und hing nur zu Hause rum. Sie warf mich raus, was schon erstaunlich ist, wenn man meine Mutter kennt. Sie ist Mexikanerin, warmherzig, gütig und voller Liebe. Es muss sie wahnsinnig viel Kraft gekostet haben, ihr einziges Baby wegzuschicken.

Bitte kommentieren Sie dieses Zitat von Ihnen: „Eine Kerze, die an beiden Enden brennt, brennt schneller, aber heller.“

Ziemlich fatalistisch, was? Ich habe ein Feuer in mir, das hatte ich schon immer. Aber mit zwanzig wusste ich nichts mit diesem Feuer anzufangen, ich wusste nicht, wie und wofür ich es einsetzen könnte, also verbrannte ich innerlich. Das ist ein Teufelskreis. Alkohol gibt einem Selbstvertrauen. Ein sehr falsches Selbstvertrauen, aber damals kannte ich den Unterschied nicht.

©instagram.com/rickowensonline
©instagram.com/rickowensonline

das ganze Interview von Jina Khayyer mit Rick Owens lesen Sie auf waahr.de