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Kurzinterview: Ulrike Döpfner “Was für ein Kind waren sie?”

Von , 4. January 2016

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Ein Buch voller spannender Fragen an namhafte Protagonisten. Im Interview spricht die Autorin über ihr Werk

Ihr Buch “Was für ein Kind waren sie?” gibt es nur noch in Archiven, in der Print Ausgabe von L’Officiel befragt sie weiterhin regelmäßig interessante Persönlichkeiten zu Anekdoten aus vergangenen Zeiten

1. Wie kamen sie auf die Idee, das Buch “Was für ein Kind waren sie?” zu schreiben?

Durch meine therapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen habe ich mich immer wieder gefragt, wie sich meine Patienten wohl im Erwachsenenalter entwickeln würden. Ob sie es schaffen würden, ihre Schwierigkeiten zu überwinden und ihren Platz im Leben zu finden. Aufgrund dieser Überlegungen entstand die Idee, mich einmal retrospektiv mit Kindheiten von Persönlichkeiten zu beschäftigen deren Lebenswege erfolgreich verlaufen sind. So entstand die Idee zu diesem Buch.

2. Welche Geschichte hat sie am meisten bewegt?

Die Erzählung von Vera von Lehndorff, deren Lehrerin nach dem Krieg und der Hinrichtung ihres Vaters Graf Heinrich von Lehndorff zu der Klasse sagte: Unter uns ist die Tochter eines Mörders. Nach neugierigen Blicken in der Klasse welches Kind wohl einen Mörder zum Vater haben könnte, zeigte die Lehrerin auf Vera von Lehndorff. Sie wurde von den anderen Kindern beschimpft und floh aus dem Klassenzimmer.

3. Nach welchen Kriterien haben sie den Kandidaten für die aktuelle Ausgabe der L’Officiel ausgesucht?

Die Autorin Leanne Shapton ist eine vielseitig begabte Persönlichkeit, deren Kindheit durch den starken Ehrgeiz ihrer Eltern geprägt wurde. Sie trainierte als Schwimmerin für die Olympiade, für die sie nie antrat. Eine Kindheit mit solchen Brüchen finde ich spannend.

4. Gibt es noch Personen, die sie unglaublich gerne befragen würden, es aber bisher nie dazu kam oder nicht klappte? Wenn ja, wer ist es?

Ich bin der Ansicht, daß man jeden Erwachsenen besser versteht, wenn man etwas über seine Kindheit weiß. Man entwickelt Verständnis für die Erwachsenenpersönlichkeit und zum Teil auch Empathie. Angela Merkel würde ich gern zu ihrer Kindheit und Jugend befragen.