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3 x Kunst fürs Wochenende

Von , 16. June 2016

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Rochelle Feinstein, Soon 2 (Joy Ride), 2000-2001 Courtesy the artist and On Stellar Rays, New York

Rochelle Feinstein, Olaf Breuning und Thomas Struth – unsere drei Lieblingsausstellungen für ein regnerisches, sonniges, kaltes und warmes Wochenende

Heute startet die Art Basel, aber auch in der deutschen Kunstlandschaft gibt es neben der Berlin Biennale momentan so einiges zu sehen: In München widmet man sich dieser Tage der US-amerikanischen Künstlerin Rochelle Feinstein, in Düsseldorf präsentiert der Schweizer Olaf Breuning seine erste Retrospektive unter dem so fabelhaften Motto Der Wahnsinn, den wir Realität nennen und in der Hauptstadt untersucht Thomas Struth Forschungslabore und Operationssäle.

Rochelle Feinstein

I Made A Terrible MistakeFind your Own Damn Voice, Wrong!. Wie diese drei Werktitel vermuten lassen, haben die Werke der US-amerikanischen Künstlerin Rochelle Feinstein (*1947) viel zu sagen. Über einen Zeitraum von dreißig Jahren hat die gebürtige New Yorkerin Feinstein, langjährige Professorin für Malerei und Drucktechnik an der Yale University, ein Werk entwickelt, das sich mit den kulturellen und politischen Zusammenhängen des Kunstmachens im Allgemeinen und der Malerei im Besonderen auseinandersetzt. Bemerkenswert ist Feinsteins Umgang mit Sprache und die Art, wie diese mit dem Bild interagiert. Werktitel sind teils als Aufforderungen formuliert, teils in der Ich-Form; Sprechblasen erscheinen mitten im Bild. Die Frage, wer wen adressiert ist eine Konstante in Feinsteins Werk. Sprache sei Hilfestellung und Hindernis zugleich, sagt die Künstlerin, und in dieser Hinsicht der (abstrakten) Malerei verwandt.

Die Ausstellung läuft bis zum 18. September 2016 im Lenbachhaus in München

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Rochelle Feinstein, Love Your Work (Part of Love Vibe), 1994–2009 Courtesy die Künstlerin und On Stellar Rays, New York

Thomas Struth

Industrielle Produktionsanlagen, Forschungslabore und Operationssäle, aber auch Alltagsarchitekturen oder Erlebnisparks: Thomas Struth untersucht in seinen Bildern der letzten Jahre, wie menschlicher Wille, Ehrgeiz und menschliche Vorstellungskraft räumliche, objekthafte Wirklichkeit erschaffen. Thomas Struth zählt zu den international wichtigen Künstlern seiner Generation. Erstmals sind seine Arbeiten im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen. In der Ausstellung werden rund 37 großformatige Fotografien aus den Jahren 2005 bis 2016 präsentiert. Es ist Thomas Struths erste museale Ausstellung in Berlin.

Die Ausstellung läuft bis zum 18. September 2016 im Martin-Gropius-Bau in Berlin

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Thomas Struth: Tokamak Asdex Upgrade Interior 2. Max Planck IPP, Garching 2009 © Thomas Struth

Olaf Breuning

Der Wahnsinn, den wir Realität nennen – im Zentrum der Retrospektive steht die mehrere Kubikmeter große und tonnenschwere „Sand Sculpture“ in Form einer Sphinx, wie sie Olaf Breuning 2008 für die Art Basel in Miami Beach installierte. Der Schweizer Künstler ist bekannt für seine eindrücklichen Bildwelten und ironischen Betrachtungen unserer medial geprägten Wirklichkeit. Seine Fotografien, Videos, Zeichnungen und Installationen bedienen sich einer kollektiven Bildsprache und vermengen Zeichen der Pop- und Medienwelt mit Ikonen der Hochkultur. Zwischen Humor und schmerzlichem Ernst führen sie Konsumverhalten, westliche Stereotype und Geschlechterklischees vor Augen und verhandeln das Verhältnis von Kunst und Kitsch, Realität und Täuschung, Authentizität und Künstlichkeit.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 21. Juni 2016 im NRW-Forum Düsseldorf