Lifestyle

Jung und anders: Sehsüchte Filmfestival

Von , 19. April 2016

sehsuchte-filmfestival-lofficiel
Wir sind die Flut ©Simon Vu/Anna Wendt Filmproduktion GmbH

Wo findet man Filme, die einen vollkommen in den Bann ziehen? Häufig nicht im öden TV-Programm oder Multiplexkinos. Dafür aber auf Filmfestivals, wie dem größten Studentenfilmfestival Europas, Sehsüchte, das vom 20. bis 24. April 2016 in der Medienstadt Babelsberg stattfindet

Der Wunsch zu gefallen, kann sehr langweilig machen. Dabei herauskommen tut meist etwas Gewöhnliches, das dann den Stempel „ach ja, ganz nett“ bekommt, um sofort wieder vergessen zu werden. In der Mode passiert das ständig. Und auch in der Filmbranche scheint es allgegenwärtig zu sein. Denn sind wir mal ehrlich: Wieviele der zuletzt gesehenen Filme haben einen wirklich vom Hocker gehauen? Ähm…ja… Genau: Eigentlich keiner. Um Filme zu sehen, die eben nicht in das Programm des eher altbackenen deutschen Fernsehens oder der Megakinos mit Jumbococktail-Happy-Hour passen, sollte man auf Filmfestivals gehen, die sich dem Nachwuchs verschrieben haben. Wie zum Beispiel das größte Studentenfilmfestival Europas, Sehsüchte, das dieses Jahr bereits zum 45. Mal an der Filmuniversität Babelsberg stattfindet und bei dem junge Filmemacher aus aller Welt für eine knappe Woche zusammenkommen. Mit 3500 Einreichungen steht es der Berlinale um nichts nach, nur kann man dort die internationalen Filmemacher viel einfacher treffen – zum Beispiel, um nach dem Screening zu fragen, was sie sich denn bei dem Film gedacht hätten.

Diese fünf Filme aus dem Festivalprogramm sollte sich jeder anschauen, der mal wieder mehr als „ganz nett“ auf der Leinwand sehen möchte:

Wir sind die Flut

Die packende Geschichte über den Verlust der Kindheit und die Verlorenheit einer Generation führt den Zuschauer vor die Küste von Windholm. Dort verschwand vor 15 Jahren das Meer, einfach so – und mit ihm die Kinder der Dorfgemeinschaft. Zwei junge Physikdoktoranden, Jana (Lana Cooper, „Love Steaks“) und Micha (Max Mauf, „Victoria“) machen sich auf, das Geheimnis zu erforschen, welches jedem Naturgesetz zu widersprechen scheint – und entdecken dabei, wie sie selbst in die Geschichte von Windholm verstrickt sind. Der Diplomfilm feierte bei der diesjährigen Berlinale in der Sektion Perspektive deutsches Kino Premiere – wer es da nicht hingeschafft hat, sollte das nun schleunigst bei Sehsüchte nachholen.

Vorführung: 21.04.2016, 20:00 Uhr

Trash Detective

Ein gutes Kontrastprogramm zum sonntäglichen Tatort: Der skurrile Krimi – auf Schwäbisch wohl gemerkt – handelt vom notorischen Trunkenbold Uwe, der im schwäbischen Martringen lebt. In einer durchzechten Karnevalsnacht wird er Zeuge des Mordes an der Schönheitskönigin Susi. Da keiner dem Außenseiter glaubt, nimmt er die Sache selbst in die Hand – und wird so zum Trash Detective. Unbedingt aglotza!

Vorführung: 24.04.2016, 12.00 Uhr

Pallesseum

Die Berliner werden ihn kennen: Den Wohnblock Pallasseum im Ortsteil Schöneberg. In seinem ersten Dokumentarfilm zeigt der 26-jährige Regisseur Manuel Inacker all das, was sich hinter den gräulichen Fassaden des Wohnblocks abspielt: Die Wünsche, Sehnsüchte, Zwänge und Träume seiner Bewohner. 2000 Menschen leben in 514 Wohnzellen im Pallasseum, das dem Zuschauer wie ein Korallenriff aus Beton und Stahl erscheint. Das dokumentarische Mosaik aus Bildern porträtiert eine unsichtbare Stadt mitten in der Stadt Berlin.

Vorführung: 21.04.2016, 18.30 Uhr

Café Waldluft

In Berchtesgaden, einem idyllischen Ort in den Bergen Bayerns, öffnet der in die Jahre gekommene Gasthof “Café Waldluft” seine Türen für Flüchtlinge aus der ganzen Welt. Mama Flora, die Besitzerin, nimmt sich liebevoll den neuen Bewohnern an, welche es an diesen Ort verschlagen hat und die jetzt auf eine ungewisse Zukunft warten. Auf schöne, aber nicht beschönigende Art, zeigt der Regisseur und Hamburger Student Matthias Koßmehl, wie Vorurteile überwunden werden und sich so etwas wie eine Gemeinschaft bilden kann.

Vorführung: 23.04., 18.30 Uhr

Ameryka

Es war einmal in Amerika – so beginnt der Kurzfilm der polnischen Regiestudentin Aleksandra Terpinska. Zwei Teenager wollen dem tristen Alltag und der kaputten Welt um sich herum entfliehen. Per Anhalter machen sie sich auf, das Ziel: Weg aus Amerika. Was als Träumerei von einem besseren, aufregenderem Leben beginnt, wird ernster, als die zwei es sich gedacht haben – und die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit beginnen zu verschwimmen.

Vorführung: 23.04.2016, 15.30 Uhr

Tickets über Eventbrite oder vor Ort an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF.