Lifestyle

Jane Birkin und Serge Gainsbourg

Von , 19. July 2016

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Fold-out Poster © Taschen

Jane Birkin und Serge Gainsbourg skandalisierten sich durch die Sechzigerjahre. Und gründeten eine Familie, die sich um keine Konventionen scheren musste – ein Bildband dokumentiert ihre Lovestory. 

Kein Porträt eines Mitgliedes dieser Familie kommt ohne den Verweis auf ein Chanson aus, das im Jahr 1969 die Welt schockierte – und über Nacht zum Millionen-Seller wurde: „Je t’aime (moi non plus)“. Jane Birkin und Serge Gainsbourg setzten damit ihrem Konzept von freier Liebe ein musikalisches Denkmal – mehr gehaucht und gestöhnt als gesungen, der Soundtrack zu einer Lovestory, die ohnehin ganz Paris in Atem hielt. Hatte doch der damals schon angegraute Chansonier die blutjunge britische Schauspielerin inklusive Baby aus den Armen ihres berühmten Filmkomponisten-Ehemanns gerissen, um mit ihr fortan die Strände der Côte d’Azur, die nächtlichen Bistros am linken Ufer der Seine, seinen illustren, intellektuellen Freundeskreis, die Pariser Modeszene sowie eben sein legendäres Tonstudio aufzumischen. Damit konnte Gainsbourg sogar seiner Ex-Geliebten Brigitte Bardot, die ihn eines deutschen Multimillionärs namens Gunter Sachs wegen verlassen hatte, Paroli bieten. Ganz zu schweigen von der französischen und internationalen Gesellschaft.

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Serge Gainsbourg, Jane Birkin, and friends, 1969
© Andrew Birkin / TASCHEN

 Die gemeinsame Tochter Charlotte kam 1971 zur Welt, auch sie wurde in das Vagabundenleben der Eltern integriert. Deren Talent, ihr Hang zum Bruch mit Konventionen erreichte später sogar einen neuen Höhepunkt: als furchtlose Schauspielerin in den Seelenpornos eines Lars von Triers, als Sängerin und nicht zuletzt als Mutter von zwei Töchtern des Regisseurs Yvan Attal, mit dem sie eine ähnlich ungezügelte Beziehung kultiviert wie ihre Eltern. Vielleicht wird ja das Liebesvermögen genetisch zumindest mitbestimmt? Vermutlich aber fühlt man sich mit dem Namen Gainsbourg auch einer gewissen Tradition verpflichtet – oder einem, wie es Großvater Serge auf seinem ersten Album besang: „Recette de L’Amour Fou“.

Ein Bildband vom TASCHEN Verlag zeigt intime Einblicke in das Privatleben von J.B. und Gainsbourg und versetzt uns zurück in eine Zeit, in der unrasierte Männer mit ewiger Gitane im Mundwinkel und dem Hang zur Maßlosigkeit schöne Frauen im Sturm eroberten. Fotografiert wurden „Jane&Serge“ fast immer von Janes Bruder Andrew Birkin, der steter Gast und Begleiter der beiden war.

© Taschen
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