Lifestyle

Food-Kolumne: Ein Steak zum Verführen

Von , 11. March 2016

HEADER_Schaedel_Restaurant_

Wenn wir für jemanden kochen, geht es meist nicht ums Sattmachen. Wir wollen trösten oder verwöhnen, unseren Chef beeindrucken oder die neuen Freunde. Oder jemand Besonderes verführen… z. B. mit einem Steak

Das Berliner Restaurantchef Markus Schädel ist neben Model Amanda Nørgaard die männliche Komponente unseres Food-Kolumnisten Duos, das sich Monat für Monat ein kleines Kochduell liefert – die erste Challenge lautet: “Was kochen um zu verführen?”
Nach Amandas Bananen-Pancakes 
mit 
Beerenkompott – dem perfekten Essen für einen zweisamen Sonntagmorgen im Bett – zieht Markus nach. Und zwar mit einem Steak. Seine kulinarische Verführungsstrategie ist also eher für den Abend, wobei ein gutes Côte de Bœuf
 durchaus auch noch kalt am nächsten Morgen im Bett schmeckt:

“Fangen wir gleich mit dem König der Fleischstücke an: Dieses Gericht ist leicht zuzubereiten, es ist trotzdem luxuriös, und vor allem sieht es auf dem Teller beeindruckend aus. Eigentlich besteht die Kunst im Weglassen alles Überflüssigen und in der Wahl des optimalen Produkts. Sie müssen es dann nur noch braten und mit Salat ergänzen. Sättigungsbeilagen lassen wir weg, die machen bloß träge. Und Sie wollen ja zum Nachtisch aufs Ganze gehen!

Cote_de_Bouef_02

Das Vorspiel beginnt mit einem guten Metzger, einem Mann, der sein Handwerk versteht und Ihre Liebe zu gutem Essen teilt. Fragen sie ihn im Voraus nach diesem Stück Fleisch, damit er es auch da hat, wenn Sie es brauchen. Die restlichen Zutaten bekommen Sie in jedem guten Supermarkt.
Eine Stunde, bevor Ihre Verabredung eintreffen wird, beginnen Sie mit der Vorbereitung: Das Fleisch aus dem Kühlschrank holen, damit es auf Zimmertemperatur kommt. Das Ochsenkotelett auf beiden Seiten mit Olivenöl einreiben, die Rosmarinzweige drauflegen und sanft festdrücken. Die Knoblauchzehe halbieren, mit der Schnittfläche eine Salatschüssel ausreiben. Aus zwei Esslöffeln Olivenöl, ein paar Spritzern Zitronensaft, Salz und Pfeffer in der Schüssel ein einfaches Dressing herstellen. Salat waschen, in die Schüssel geben, aber noch nicht mit dem Dressing mischen, so werden die Salatblätter nicht schlapp. Dann die schwere Pfanne rausholen, den Ofen auf 180 Grad vorheizen, Parfum auflegen und die richtigen Schuhe anziehen.

Cote_de_Boeuf

Es klingelt! Jetzt die Pfanne ohne Öl sehr heiß werden lassen, die Rosmarinzweige entfernen. Das Ochsenkotelett in die Pfanne legen, drei bis fünf Minuten braten, bis es schön braun ist, wenden, noch mal drei bis fünf Minuten für die andere Seite. Dann aus der Pfanne nehmen und für 18 Minuten in den Ofen damit. Begrüßungsschluck servieren.
Das Kotelett aus dem Ofen holen und auf ein Schneidebrett legen, fünf Minuten ruhen lassen. Keine Angst, wenn das Fleisch dabei etwas abkühlt, die Ruhezeit ist wichtig, damit sich die Fleischsäfte sammeln können. Wenn Sie das Fleisch direkt nach dem Braten schneiden, laufen die Säfte raus. Währenddessen den Salat durchmischen, auf die Teller verteilen, die Zitrone vierteln, Pfeffermühle und Fleur de Sel auf den Tisch stellen. Jetzt das Fleisch in fingerdicke Streifen schneiden, mit Olivenöl beträufeln und servieren!”

Côte de Bœuf
(Ochsenkotelett)
1 Stück Côte de Bœuf, 
900–1200 g schwer, 
etwa 4–6 cm dick
Blattsalate, in 
verschiedenen 
Farben und Formen
1 Zitrone
Erstklassiges Olivenöl
Fleur de Sel für 
das Fleisch, die zarten, 
knusprigen 
Salzkristalle
Schwarzer Pfeffer 
aus der Mühle
Ein paar Zweige Rosmarin
Eine Knoblauchzehe
Eine große Pfanne, 
nicht kleiner als 
28 cm, idealerweise aus Gusseisen

Das aktuelle Kochduell unseres Food-Kolumnisten Duos finden Sie in der Printausgabe der aktuellen Ausgabe No°2 von L’Officiel.