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Exklusiv: Interview mit Eddie Redmayne

Von , 7. March 2016

©Omega
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Wir haben Schauspieler und Omega-Testimonial Eddie Redmayne in Los Angeles getroffen

Der britische Schauspieler war bei den Oscars 2016 für seine Hauptrolle in The Danish Girl nominiert – bereits am Abend nach dem großen Spektakel besuchte er das Dinner der Uhrenmarke Omega, deren Testimonial er seit Kurzem ist. In einem exklusiven Interview spricht Eddie Redmayne über seinen Job sowie das richtige Outfit für den roten Teppich und verrät außerdem ein paar Geheimtricks:

Was gefällt Ihnen am Globemaster-Modell?

Dieses Design hat einfach etwas. Es ist unglaublich schön und hat eine altbewährte Qualität. Das Modell ist von einer Uhr abgeleitet, die Omega noch in den Sechzigern gefertigt hat. Es verbindet den Reiz des Modernen mit einem klassischen Ansatz. Das heißt, man kann die Uhr mit allem tragen. Wahrscheinlich mag ich sie deshalb so sehr.

Welche Qualitäten bewundern Sie an Omega?

Mein Job bietet mir die einmalige Möglichkeit, sich in verschiedene historische Epochen zu vertiefen und sich eingehend damit zu befassen. Genau das liebe ich an der Schauspielerei. Für jede neue Rolle zieht es mich als erstes in die Londoner National Portrait Gallery, wo ich mich nach Fotos und Gemälden umsehe. Das Thema Geschichte ist also etwas, das mich schon immer angezogen hat. Und speziell Omegas Geschichte hat mich sehr angesprochen; man denke an das Speedmaster-Modell, die erste Uhr auf dem Mond. Omegas Tradition ist geprägt von einer solchen Tiefe und Reichhaltigkeit – eine Marke mit der man wirklich gerne assoziiert wird.

Weshalb ist die traditionelle Armbanduhr in Sachen Herren-Stil noch immer so wichtig?

Eine Uhr ist etwas Substanzielles und gerade weil mein Vater stets eine Armbanduhr trug, schwingt da für mich ein gewisses Gefühl von Vermächtnis und Größe mit. Mir persönlich gefallen Uhren nicht, die aufdringlich sind und geradezu nach Aufmerksam schreien. Stattdessen soll ihre historische Bedeutung, ihr Stellenwert auch am Handgelenk spürbar sein; aber eben auf eine dezente Weise. Irgendwie fühlt man sich mit einer schönen Uhr am Handgelenk auf sehr subtile Weise auch ein bisschen stärker.

Wenn Sie darüber nachdenken was sie anziehen, welche Rolle spielt dabei die Uhr?

Ich denke vor allem darüber nach, was ich tragen werde, wenn meine Kleidung am meisten unter die Lupe genommen wird. Für uns Schauspieler heißt das: Wenn ein Red Carpet Event stattfindet. Und davon gibt es eine ganze Menge, jedoch werden diese Auftritte nie entspannter. Es ist einfach eine sehr eigenartige Angelegenheit, wenn man sich vor eine Horde schreiender Menschen stellen muss, die einem ab und an sogar Beschimpfungen an den Kopf werfen. Mir verleihen ein maßgeschneiderter Anzug und eine markante Uhr das Gefühl, als trüge man eine Rüstung oder eine Uniform. Daher ist es mir ziemlich wichtig.

Worin bestehen die großen Unterschiede zwischen der Arbeit in Hollywood und in Europa?

Der Sonnenschein. Das ist der große Unterschied! Ich war heute morgen hier und wir waren am Strand in Santa Monica und all die Architektur ist weiß und hell und sieht so außergewöhnlich aus, mit diesem schönen blauen Himmel als Gegensatz. Ich habe gerade die letzten sieben Monate in London gearbeitet, wo ich in Leavesden in Watford gedreht habe und quasi keinen Sonnenschein gesehen habe. Also musste ich das letzte Jahr über Vitamin-D-Präparate einnehmen. Los Angeles ist jedoch so voll von Geschichte und wenn man die Boulevards entlang fährt, hört man Lieder und sieht kultige Filmplakate. Es ist eine sehr dynamische, moderne Stadt und doch hat sie dieses großartige Erbe.
Ich habe einmal einen Film namens My Week with Marylin gemacht, darin spiele ich einen Laufburschen am Filmset. Es gibt diesen Moment, als sich Kenneth Branagh (als Lawrence Olivier) zu meinen Charakter dreht und sagt: “Bist du froh darüber dem Zirkus beigetreten zu sein?” Schauspielern birgt tatsächlich eine nomadische, Zirkus-ähnliche Dimension und alle Filmschaffenden sagen, es ist überall auf der Welt das Gleiche. Oftmals wächst man durch dieses ungebundene Wanderleben zusammen.

Gibt es eine bestimmte Rolle, die Sie gerne einmal spielen würden?

Oft werde ich gefragt, ob es eine bestimmte Sache gibt, die ich anstrebe und ich war immer der Meinung, es ist das, was andere Menschen in dir sehen. Es sind die Rollen, die sie dir anbieten, die völlig außerhalb deiner persönlichen Komfortzone liegen, für die man sich selbst niemals bewerben würde. Doch wenn du es liest, ruft es etwas in dir hervor: In der Regel Angstgefühle. Aber nein, ich habe nie eine bestimmte Rolle angestrebt. Viele Schauspieler würden wohl sagen, dass sie gerne Hamlet oder etwas in dieser Art spielen würden. Ich hatte nie so etwas. Ganz ehrlich, ich bin einfach froh, engagiert zu werden.

©Omega
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Wie verbringen Sie Ihre Freizeit wenn Sie an einem Film arbeiten?

Mit jedem Film beginnt es quasi folgendermaßen: “Weißt du was? Ich werde bei diesem Mal Gitarre spielen lernen.” Ich versuche es seit mittlerweile 15 Jahren und beherrsche circa drei Akkorde. Gelegentlich male ich, zwar sehr miserabel, aber ich habe Spaß daran und es hilft mir dabei, meine Aufmerksamkeit zu bündeln. Aber grundsätzlich ist der Filmdreh natürlich durch einen seltsamen Rhythmus geprägt: Man dreht zu komischen Zeiten und hat viele Pausen. Jedoch muss man immer an der Schwelle dazu sein, in seinen Film-Charakter einzutauchen. Obwohl es also oft so aussehen mag, als gäbe es viel Freizeit – und das stimmt auch – gibt es immer diesen Adrenalinschub, denn du weißt in jedem Augenblick, dass du zurück in deine Rolle finden musst.

Setzt es Sie unter Druck als Großbritanniens bestgekleideter Man bezeichnet zu werden?

Nein, denn ich habe eine wunderbare Stylistin: Meine Frau. Ich bin farbenblind, also suche ich ab und an Sachen aus, die etwas außergewöhnlich sind und sie zieht mich zurück in die Welt des guten Geschmacks. Es gibt viele brillante Menschen in den Modehäusern, die einen hervorragenden Geschmack besitzen und einem als Schauspieler in die richtige Richtung weisen – also kann ich dafür wohl nicht viel Lob in Anspruch nehmen.

Wenn Sie in die Vergangenheit reisen könnten, welche Ära würden sie sich aussuchen – und warum?

Ich habe kürzlich zwei Filme gedreht, die in den 20er Jahren spielten. The Danish Girl und dann einen Film namens Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind. Für diesen Film haben sie in Londons Leavesden Studios das New York der Zwanziger neu erbaut – es erinnerte an die glamouröse Hollywood-Ära, niemals zuvor hatte ich so etwas gesehen. Ganz zu Beginn gab es eine Szene, in der ich auf den Stufen einer Bank stand und die Stadt überblickte. Sie hatten all diese Oldtimer-Wagen am Set, es gab Requisiten soweit das Auge reicht, es kamen Rauchwolken auf und ich war ganz eingenommen von dieser Epoche. Ich dachte mir “Gegen einen Moment in den Goldenen Zwanzigern hätte ich nichts einzuwenden!”

Haben Sie die Begeisterung um die Olympischen Spiele in London geteilt? Und werden Sie in Rio irgendwelche bestimmten Sportarten verfolgen?

Als die Olympischen Spiele nach London kamen, gab es natürlich eine große Portion Zynismus, die wohl einfach zum britischen Naturell gehört. Das Besondere daran war, dass die Spiele den Humor des Landes umkrempelten. Alle fieberten mit einer solchen Leidenschaft mit, man hätte kaum aufgeregter und involvierter sein können. Ich lebe in London, bin dort auch aufgewachsen und war hin und weg. Die Stadt vibrierte und war ganz lebendig, also kann ich es kaum erwarten nach Rio zu gehen.

Wie sind Ihre Erwartungen für Ihre bevorstehende Reise zu den Olympischen Spielen nach Südamerika?

Ich habe mit zahlreichen Menschen aus Südamerika zusammengearbeitet und sie wirken einfach, als hätten sie eine tolle Einstellung zum Leben. Dort gibt es solch eine Dynamik und Lebensfreude! Das also, gepaart mit einer kleinen Portion Sonnenschein, ist schon berauschend genug. Also ja, ich freue mich sehr darauf.

Da Sie so oft Charaktere spielen müssen – sind Sie erleichtert, wenn Sie ein Event als Eddie besuchen können?

Ja, das bin ich. Wann auch immer man auf dem roten Teppich ist, gibt es jemanden mit einer Kamera und man wird pausenlos gemustert. Es fällt mir ziemlich schwer, einfach mal aufzulockern. Das tolle an einer Veranstaltung wie diese heute Abend ist, dass man mit Menschen zusammenkommt, die Freunde geworden sind. Ich habe sie über eine lange Zeitspanne hinweg kennengelernt, schließlich arbeite ich nun schon eine Weile mit Omega – so eine Art Event ist viel entspannter und erfreulicher.

Können Sie uns kurz sagen, was sie an Omega als Marke anspricht?

Tatsächlich hatte mein Vater früher eine wunderschöne alte De Ville. Eine schlichte, goldene Uhr mit braunem Band – sehr klassisch und wunderschön. Mein Vater war für mich schon immer eine Art Stilikone. Also gab es immer diese Geschichte. Doch für mich persönlich geht es vor allem um das Erbe der Marke. Omega hat solch ein langes Vermächtnis – darunter die Mondlandung. Und tatsächlich sind es diese Ereignisse und die Geschichten, die dahinter stecken, welche mich interessieren.

Sie sehen elegant wie immer aus. Sind Sie zufrieden damit, wie die Uhr Ihrem Stil entspricht?

Wissen Sie was? Ich muss sagen, ich liebe diese Uhr. Ein wirkliches Traditionsstück und zugleich zeitlos.