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Documents On: Danielle Reddy

Von , 4. May 2016

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Danielle Reddy | 24 | Polizistin in New York ©Karina Rozwadowska

Karina Rozwadowska fotografiert und interviewt Frauen, die ihr in New York auf der Straße begegnen, für ihr Projekt Documents On: Diesmal Danielle Reddy

Kurz mal über:
Den Alltag einer rothaarigen Polizistin beim NYPD

Wie ist das Leben einer Polizistin in New York mit diesen Haaren?
Mir wird diese unterhaltsame Frage häufig gestellt. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Ich komme aus einer Polizistenfamilie, ich bin mit dem Beruf großgeworden. Bereits mein Vater und Großvater waren beim NYPD. Und alle hatten rote Haare.

Was ist das Beste an deinem Beruf?
Dass jeder Tag anders ist. Die Arbeitsstunden vergehen schnell, man sitzt nicht am Schreibtisch, hat immer andere und neue Fälle. Ich bin den ganzen Tag in der Stadt unterwegs, treffe Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten und begegne allen möglichen Nationalitäten. Am Abend habe ich viele Geschichten. Ich liebe meinen Beruf.

Hast du einen Partner, der dich immer beschützt, wie man das aus den Fernsehserien kennt?
Ja, habe ich, klar.

Dieser Partner ist dann immer ein Mann?
Gerade ist es ein Mann. Kurzzeitig hatte ich auch schon mal eine weibliche Partnerin.

Wer entscheidet, wer das Auto fahren darf?
Das wechselt jeden Tag. Wir entscheiden das jeden Morgen aufs Neue. Normalerweise geht das so: Bist du heute müde? Ja, bin ich. Ok, dann fahre ich.

Ist Polizist ein männerdominierter Beruf? Oder ist das ein Klischee von Kunsthistorikerinnen?
Es ist kein Klischee, es ist definitiv eine Männerwelt. Ich sehe das genauso. Aber so sehr das Klischee auch stimmt, nicht alle Polizisten sind aggressive Sexisten, die ständig dumme Witze machen. Ich komme mit fast allen Kollegen zurecht.

Wie machst du das? Was ist dein Geheimnis?
Ich wurde von Männern großgezogen, es gab keine Frauenfiguren. Dadurch habe ich gelernt, Männer zu verstehen und wertzuschätzen. In Situationen, in denen der Ton mal aggressiver wird oder die Männer anfangen, schlechte Witze zu reißen. In Momenten also, in denen sich vielleicht andere Frauen angegriffen fühlen würden, verstehe ich die Codes. Ich begreife dieses Verhalten nicht als persönliche Attacke auf mich. Ich bin in der Lage, auch die emotionale Seite meiner männlichen Kollegen zu erkennen und sehe nicht nur ihre Hülle, die Uniform. Wir haben viel Spaß. Sie erzählen mir von ihren ersten Dates, von den Schwierigkeiten in ihren Ehen. Sie wollen Spaß bei der Arbeit, denn der Alltag eines Cops in New York ist gefährlich.

Die Mischung aus deinem roten Haar, deiner Uniform und der Waffe klingt sexy. Wirst du nicht ständig angemacht?
Das passiert schon mal. Einige sogenannte Macho-Männer fühlen sich eingeschüchtert und denken: Oh Shit, sie ist super ausgebildet, trägt eine Uniform und kann mir Befehle geben. Aber die meisten Männer wollen einfach nur ein Selfie mit mir.