Lifestyle

Documents On: Arielle Knight

Von , 18. April 2016

documents-on-arielle-knight-lofficiel
Arielle Knight | 27 | Lebt in Harlem | Studiert Dokumentarfilm an der New School | In einer Beziehung mit einem Jazzmusiker | 
Ein Lieblingskünstler: Kara Walker | Eine Lieblingsserie: Transparent | Der Lieblingsort zum Entspannen: Mallorca | ©Karina Rozwadowska

Karina Rozwadowska fotografiert und interviewt Frauen, die ihr in New York auf der Straße begegnen, für ihr Projekt @documents_on: Diesmal Arielle Knight

Sechs Fragen. Über Kindheit.

Trinkst du manchmal Coca Cola?
Nein. Ich habe vor ein paar Jahren komplett aufgehört, Coke zu trinken. Dieser Zucker machte mich verrückt.

Das Sonderbarste, an das du dich aus deiner Kindheit erinnerst?
Mir ist erst vor kurzem das Eigenartigste überhaupt wieder eingefallen. Ich hatte im Kindergarten eine beste Freundin, sie war Albino, wir waren unzertrennlich. Telefonierten immer sofort, nachdem wir uns getrennt hatten und teilten fünfjährig alle Mädchengeheimnisse miteinander. Kürzlich fiel mir wieder ein, dass wir uns manchmal auch im dunklen Badezimmer eingeschlossen haben und Doktor spielten – mit Ausziehen und Anfassen. Das eine Mal erwischte uns meine Mutter und was dann passierte, habe ich scheinbar für Jahre aus meinem Kopf verbannt. Sie sagte zu mir: „So kriegen Menschen Aids.“ Jetzt lache ich verkrampft darüber. Aber es bleibt grauenvoll. Ich weiß nicht, was meine Mutter sich dabei gedacht hat.

Hatte sie Angst, du könntest lesbisch sein?
Ja, kann schon sein. Auch heute macht sie sich manchmal Sorgen, dass ich Frauen mögen könnte, da viele meiner Freunde aus der LGBT-Community kommen. Doch bis heute weiß ich nicht, weshalb sie so etwas Bizarres zu einer Fünfjährigen sagen musste. Wir haben nie darüber geredet.

Hast du viel als Kind geweint?
Nein. Gar nicht! Ich weine eher jetzt als Erwachsene.

Was hat dich beim Aufwachsen am meisten beeinflusst?
Wahrscheinlich, dass meine Eltern meine Schwester und mich nicht gemeinsam großgezogen haben. Sie haben sich getrennt, als ich zwei war. Doch ich war nie böse auf meinen Vater, dass er meine Mutter nicht liebte und nicht mit uns in Atlanta lebte. Es hat mich also nicht negativ beeinflusst. Mein Leben war gut aufgeteilt: Mit unserem Vater sind wir in den Schulferien immer auf Reisen überall auf der Welt gegangen und mit unserer Mutter hatten wir ein liebevolles Alltags- und Schulleben in einer großen Familie. Ich habe bis heute zu beiden eine enge Bindung.

Hast du andere aufregende Vorlieben – wie im Dunkeln mit Mädchen fummeln – in das Heute übernommen?
Ich fummle nicht mehr mit Mädchen im Dunkeln rum. Ich stehe auf Männer. Ich bin zum Beispiel sehr daran interessiert, eine dominantere Rolle im Schafzimmer zu übernehmen. Zählt das zu aufregend?