Lifestyle

Der lange Weg zum Party-Outfit

Von , 2. December 2015

Marie-José Jalou-Süßkind und Lisa Feldmann (Credit: Franziska Taffelt)
Marie-José Jalou-Süßkind und Lisa Feldmann ©Franziska Taffelt

Lisa Feldmann – Mein Leben als Chefredakteurin

Es mag unspektakulär aussehen, beinahe so, als hätte ich blind in meinen Kleiderschrank gefasst – aber das Outfit für unsere Launch-Party war ein hartes Stück Arbeit.
Involviert waren: vier Freundinnen (beratend), zwei Mode-Redakteurinnen (unterstützend), ein Ehemann (eher ab-ratend) und ein Publisher Sales (Life-support im Geschäft). Der Prozess begann, als wir vor sechs Wochen das Save The Date abgeschickt hatten und endete circa zehn Minuten, bevor die ersten Gäste dann tatsächlich eintrafen.
Zunächst gab es grundsätzliche Fragen zu klären: Kleid oder Hose? Boots oder Pumps? Und: Wie glamourös wollte ich denn überhaupt ausschauen? Auf Nachfrage hatten wir unseren Gästen „lässige Eleganz“ empfohlen. Ich hatte natürlich die freie Wahl, musste mich als quasi Gastgeberin an gar nichts halten – und gerade deshalb…
Da wir in der Paris Bar feiern wollten, würde man an Tischen sitzen, hauptsächlich, vielleicht würde später noch getanzt werden, vielleicht aber auch einfach nur gependelt, von Tisch zu Tisch, zwischen drinnen und draußen.
Also kein Kleid. Ich verliebte mich online in ein Smoking-artiges Jacket von Saint Laurent und nervte meine Umgebung mehrere Wochen mit widersprüchlichen Erwägungen über die damit zu kombinierenden Hosen. Eine ausgestellte Jeans von Valentino oder eher eine im Boot-Cut von Chloé? Vielleicht doch der vintage Rock von Raf Simons für Jil Sander? Aber was dann für Schuhe? Aber vor allem: Welche Größe überhaupt beim Smoking? War ich eher eine französische 38 oder eine 40?
Zum Glück gab es noch einen Termin in München, ich hatte die Chance, den Smoking live anzuprobieren (hier kam unser Publisher ins Spiel), fand leider kein passendes Oberteil, genug Zeit, um Jeans-Varianten zu probieren, gab es ebenfalls nicht.
Danach suchte ich dann am Tag der Party, nun wieder in West-Berlin. Wurde tatsächlich fündig in einer Boutique, der man eher Kaschmir-Pullover oder Wintermäntel zutraut. Und entschied mich dann spontan für meine älteste Jeans. Und dazu Lieblings-Sandalen im Vierzigerjahre-Stil.
Als ich abends dann geföhnt, manikürt und in komplettem Make-up das Jacket überzog, stellte ich fest, dass ich in der Aufregung die falsche Größe hatte einpacken lassen.
Und weiß nun, dass ich tatsächlich auch in Frankreich Größe 38 trage.

Tags: #Kolumne, #Lisa Feldmann