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Berlinale Review: Gewinner, Partys, Stars

Von , 23. February 2016

HEADER_Berlinale_Rueckblick_Zoo Palast by Jan Bitter

Der letzte Vorhang ist gefallen, die 66. Berliner Filmfestspiele sind vorüber – ein Rückblick

Keine langen Schlangen mehr vor den Kinos der Hauptstadt, keine Stars mehr auf dem roten Teppich: Der Potsdamer Platz ist wieder fest in der Hand passionierter Shopping Mall Besucher und Dunkin Donuts Fans. Was bleibt von elf Tagen mit über 400 Filmen, Feiern und Stars?

Berlinale-Gewinner

Zum ersten Mal seit 60 Jahren gewinnt ein Dokumentarfilm den Goldenen Bären: Fuocoammare (Feuer auf See) von Gianfranco Rosi sei das Herzstück der Berlinale und verbinde Kunst mit politischen Einsichten, begründet Jury-Präsidentin Meryl Streep die Entscheidung.
Die Auszeichnung des Flüchtlingsfilms ist auch ein politisches Statement und zeigt, was Filme neben dem Promi-Tohuwabohu können: Nämlich der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten und sie auf politische Probleme hinweisen. Dies tut ebenfalls Inhebbek Hedi des tunesischen Regisseurs Mohamed Ben Attia. In seinem Spielfilmdebüt thematisiert er die tunesische Revolution mit ihren uneingelösten Hoffnungen auf Freiheit – und bekam den silbernen Bären für den besten Erstlingsfilm.
Warum sich Filmemacher mehr Ungewöhnliches trauen sollten, zeigt die Silberbären-Ehrung des 8-Stunden-Monumentalfilms A Lullaby to the Sorrowful Mystery von Lav Diaz als einen Film, der neue Perspektive eröffnet. Da sage noch einer, man könne nur im Bett binge-watchen.
Den großen Preis der Jury erhielt das bosnische Gesellschaftspanorama Smrt u Sarajevu (Tod in Sarajevo) von Danis Tanović. Eine Prämierung, die für Überraschung sorgte, die wenigsten Kritiker hatten den Film als Preisfavoriten auf der Rechnung.
Weitere Bären gingen an die Regisseurin Mia Hansen-Løve für L’ avenir (Was kommt) und die Schauspielerin Trine Dyrholm für ihre Rolle in Kollektivet (Die Kommune). Der einzig deutsche Wettbewerbsfilm 24 Weeks ging übrigens leer aus: Nicht verwunderlich, hört man Kritiker des deutschen Films munkeln – wobei 24 Weeks zumindest den Preis der Gilde Deutscher Filmkunsttheater erhielt.

Partynale

„Bin ich froh, wenn die Berlinale vorbei ist, diese ganzen Empfänge und Partys sind echt anstrengend.“ Ja, da fühlt man mit – wichtig sein ist gar nicht so einfach, wie es manchmal ausschaut. Das Gute an Partys ist, man kann sich danach viele schöne Bilder von all den Gästen anschauen. Und das ist neben Filmeschauen ja eine wirklich spaßige Angelegenheit.
Ein besonderes Event im Rahmen der Berlinale war die große Charity for Peace Gala, für die der chinesische Künstler Ai Weiwei die Fassade des Konzerthauses am Berliner Gendarmenmarkt mit Schwimmwesten von Flüchtlingen verhüllte. Doch auch wenn die Gala ja eigentlich gut gemeint war: Als die Reichen und Schönen mit Notfalldecken bekleidet fleißig Peace-Selfies machten, bildete sich ein fader Beigeschmack – der sich auch nicht mit dem feinen Rotwein wegspülen ließ.
Die Party-Highlights waren wohl die von Bulgari im Hotel Noir und von ARTE im SchwuZ – und natürlich gibt es davon ein paar Bilder:

Starnale

Man könnte sagen, die Berlinale-Juroren waren auch die Berlinale-Stars: Präsidentin Meryl Streep, Lars Eidinger, Nick James, Brigitte Lacombe, Clive Owen, Alba Rohrwacher und Małgorzata Szumowska. Wen braucht es da noch für den roten Teppich?
Doch das Staraufgebot geht weiter: Daniel Brühl, Nick Cannon, John Cusack, Gérard Depardieu, Doris Dörrie, Kirsten Dunst, Colin Firth, Jude Law, Spike Lee, Laura Linney, Julianne Moore, Michael Shannon, Emma Thompson – um nur ein paar von ihnen zu nennen. Und weil Stars ja bekanntlich immer sehr schöne Sachen auf dem Red Carpet tragen, gibt es ein paar Juwelen in der Galerie:

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