Lifestyle

Auf der Suche nach L’Officiel

Von , 25. November 2015

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Lisa Feldmann – Mein Leben als Chefredakteurin

„Haben Sie das Magazin L’Officiel?“ Tag eins. Heute ist unser Heft am Kiosk. Das fühlt sich noch etwas unwirklich an. So lange existierte es nur als Idee, in unseren Köpfen, an Pin-Wänden, auf Struktur-Plänen. Und nun, heute, liegt es also in allen Kiosken Deutschlands. In der Schweiz, in Österreich, in ausgewählten Bahnhofs-Buchhandlungen Englands oder Frankreichs. Wo es heute früh um acht nicht liegt: In meinem Kiosk. Daher meine Frage. Ich lege ein paar Erklärungen nach. „Das ist ein Magazin wie die Vogue oder ELLE, wissen Sie? Mode und so!“ „L’Officiel? Warten Sie mal, ja, das kam heute morgen mit. Liegt noch hinten, wusste nicht wohin damit.“ Ich sage, „Aha. Kann ich eins kaufen?“ Abgang Kiosk-Verkäufer, Geraschel, Gemurmel aus dem Off. Dann: Auftritt mit Heft. Stirnrunzeln: „Das ist wie die Vogue? Sieht viel jünger aus, nicht für so Damen!“ „Ja, deshalb finde ich es ja gut.“ Blick auf mich, so richtig jung aussehend komme ich morgens um acht nur noch selten rüber. Deshalb oute ich mich lieber: „Ich habe da mit gearbeitet.“ Woraufhin er versucht, mich im Konterfei unsere Cover-Mädchens Kadri Vahersalu wieder zu entdecken. „Ich meine, inhaltlich, ich habe da mit dran geschrieben.“ „Ist da was zu lesen drin, nicht nur lauter bunte Bilder?“ „Nee, eben, da ist viel zu lesen drin, das können sie ruhig mal ihren Kunden erzählen.“ Er grinst. „Klar, machen wir. Aber wer weiss, ob die das wollen: lesen.“ Ja. Wer weiss.

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