Lifestyle

Alexa Karolinski x Tocotronic

20. November 2015

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Im Interview spricht die Filmemacherin aus Los Angeles über die Zusammenarbeit

In den Hügeln über Los Angeles lebt die Filmemacherin Alexa Karolinski in einem wahr gewordenen kalifornischen Traum inmitten von leuchtendem Grün und riesigen Kakteen. Seit die gebürtige Berlinerin mit ihrem Mann Basil Katz hierhergezogen ist, entstehen hier ihre Ideen und Konzepte für neue Filmprojekte. Vielen dürfte Alexa Karolinski durch ihren Film „Oma & Bella“, der die Freundschaft zweier jüdischer Frauen in Berlin porträtiert, bekannt geworden sein. Karolinski ist jedoch ebenfalls für die filmische Visualität von Modefirmen wie dem New Yorker Avantgarde-Label Eckhaus Latta und des Shops/Labels Maryam Nassir Zadeh verantwortlich. Dann wieder arbeitet sie für Magazine, Sender wie arte und immer wieder auch für Musiker. So etwa bereits mehrfach für die Hamburger Band Toctronic, die mit „Das Rote Album“ in diesem Jahr ihr elftes Studioalbum herausgebracht hat.

Nach den Musikvideos für „Die Erwachsenen“ und „Prolog“ drehte Karolinski kürzlich ebenfalls das Video zu „Rebel Boy“ und prägt so mit ihrer unverkennbaren Bildsprache die visuelle Vorstellung zu Tocotronics neuer Musik. Im Interview erzählt Alexa Karolinski von der Zusammenarbeit.

Zuletzt hast du auch mit Tocotronic zusammengearbeitet, für die du die Musikvideos zu insgesamt drei Singles aus dem aktuellen Album gedreht hast. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Alexa Karolinski: Die Zusammenarbeit kam durch ein Treffen mit Dirk. Das erste geplante Video war zu “Die Erwachsenen”, der ersten Single auf dem „Roten Album“. Wir beide unterhielten uns lange über Teenager und entschieden ziemlich schnell, dass wir etwas mit Jugendlichen machen wollten. Sie sollten am besten auch selbst Großteile des Videos auf iPhones drehen. Und wie man so gerne sagt: „the rest is history“.

Inwiefern unterscheiden sich deine Herangehensweise und dein Stil, wenn du Musikvideos statt beispielsweise Moodfilme für Modelabels drehst?

Alexa Karolinski: Musik-, Fashion- und Moodvideos haben gemeinsam, dass ich sie für Kunden mache. Die Herangehensweise unterscheidet sich weniger in dem Genre, aber mehr in der Identität des Kunden, sowohl inhaltlich als visuell. Insofern kommt es ganz drauf an, mit wem ich arbeite und wie viele Freiheiten ich habe oder ob man nur eine reine Dienstleistung von mir möchte oder kollaborieren möchte.

Tocotronic haben über die Jahre hinweg ihre unverkennbare Sprache entwickelt, die zuweilen stark visuell, vor allem aber immer sehr durchdacht ist. Prägt das die Umsetzung in deinen Musikvideos?

Alexa Karolinski: Klar. Ich hatte das Glück, dass mir die Band vollkommene Freiheit gegeben hat. In dieser Zeit habe ich viele Gespräche vor allem mit Dirk geführt, aber diese inspirierten die Videos hauptsächlich auf einer abstrakten Ebene. So macht es am meisten Spaß, weil man Ideen nicht wortwörtlich interpretiert. Das mag ich an Tocotronic und so mag auch ich es am liebsten.

Wie beschreibst du deine filmische Handschrift?

Alexa Karolinski: Das müssen andere Leute bestimmen. Wenn ich das könnte, müsste ich sie nicht machen.

Vielen Dank für das Interview, Alexa Karolinski. Mehr über die Arbeit der Filmemacherin erfahren Sie auf ihrer Website.

 

 

Autorin: Teresa Köster

Tags: #Interview, #Video der Woche