Lifestyle

5 x Kunst fürs Wochenende

Von , 28. July 2016

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Anohni – My Truth. Ausstellungsansicht | Installation View. James Elaine © Ingo Bustorf

Von Anohni über Tino Sehgal bis zu William Kentridge – unsere fünf Lieblingsausstellungen für ein heißes bis kultiviertes Wochenende 

Anohni: My Truth
Unter dem Titel “My Truth” präsentiert die Antony and the Johnsons Sängerin erstmals ihr eigenes bildnerisches Werk: Collagen aus Alltags-Fundstücken und Erinnerungsstücken ihrer Kindheit; Malerei in Enkaustik (also unter Verwendung von Wachs), die von der Materialität der Farbe erzählt. In einem selbstkuratierten Teil der Ausstellung führt die Künstlerin die für sie wichtigen Positionen zusammen. Gezeigt werden Portraits von Peter Hujar, der als der Fotograf der Aids-Generation im New York der späten 1970er- und 80er-Jahre gilt sowie melancholische Zeichnungen des kalifornischen Künstlers James Elaine und das Werk des japanischen Butoh-Tänzer Kazuo Ono. Auf Anohnis künstlerischer Agenda: der Klimawandel und die Verantwortung jedes Einzelnen für diese Welt.

Bis zum 16. Oktober in der Kunsthalle Bielefeld

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Anohni © Alice Omalley

Decades of Change
“Decades of Change– Iconic Women of the 60s and 70s” zeichnet die amerikanische und europäische Emanzipationsbewegung anhand von rund 60 Porträts weiblicher Ikonen der 1960er- und 1970er-Jahre nach und beleuchtet die vorherrschende Divergenz zwischen klassischem und modernem Frauenbild in der Gesellschaft. Neben Vorreiter-Figuren wie Marlene Dietrich oder Katharine Hepburn, zeigt die Ausstellung am Beispiel von Romy Schneider, Jackie Kennedy und Grace Kelly, wie sich Images im Laufe einer Karriere wandeln konnten. Jane Birkin, Uschi Obermaier, Bianca Jagger oder Twiggy hingegen repräsentierten die neuen Gesichter ihrer Zeit und avancierten zu Ikonen des Swinging London oder auch der 1968er-Bewegung.
Unter anderem mit Fotografien von Richard Avedon, Helmut Newton, Horst P. Horst, Jeanloup Sieff, Steve Schapiro, Mark Shaw, Will McBride, Charlotte March.

Bis zum 16. Oktober im Museum The Kennedys, Berlin

»Decades of Change«, Museum THE KENNEDYS © Camera Work
»Decades of Change«, Museum THE KENNEDYS © Camera Work

Tino Sehgal: These Associations
Tino Sehgals Kunst bleibt so lange ein Mysterium, bis man selbst dabeigewesen ist. Es gibt nämlich keine medialen Dokumentationen der sozialen Happenings. Künstlerische Akteure treten in einer ortsspezifischen Rahmenhandlung auf Zuschauer, und heraus kommt: Magie. Das hat sich jedenfalls so herumgesprochen.

Noch bis zum 14. August im Lichthof des Albertinums, Dresden

Lichthof im Albertinum © SKD, Foto: Hans Christian Krass
Lichthof im Albertinum © SKD, Foto: Hans Christian Krass

William Kentridge: NO, IT IS!
William Kentridge gehört zu den international bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. Seit über dreißig Jahren bewegen sich die Arbeiten des Südafrikaners durch verschiedene künstlerische Bereiche – Kentridge zeichnet, dreht Filme, inszeniert Opern, spielt Theater, ist Aktivist. In seiner Performance-Reihe “Drawing Lessons” erläutert der Künstler seine Arbeitsweise und berichtet aus seinem politischen Umfeld von der Apartheid bis heute. Sie bildet den Ausgangspunkt für die große Einzelausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau. Hier wird erstmals sein interdisziplinäres Gesamtwerk gezeigt: Scherenschnittfiguren, Animationsfilme als begehbare Installationen und Zeichnungen, die um die Themen Erinnern, Vergessen, Verdrängen kreisen.

Noch bis zum 21. August im Martin-Gropius-Bau, Berlin

© Courtesy the artist, Marian Goodman Gallery (New York, Paris, London); Goodman Gallery (Johannesburg, Cape Town) and Lia Rumma Gallery (Naples, Milan)
© Courtesy the artist, Marian Goodman Gallery (New York, Paris, London); Goodman Gallery (Johannesburg, Cape Town) and Lia Rumma Gallery (Naples, Milan)

Berlin Biennale
Was erwartet die Besucher der 9. Berlin Berlinale? Wir sprachen mit dem vierköpfigen New Yorker Kuratoren-Team DIS, das alles infrage stellt, was wir bisher über Kunst zu wissen glaubten:

„Es geht uns darum, Probleme und Paradoxien der Gegenwart zu benennen und sie dabei nicht in der künstlerischen Betrachtung verharren zu lassen, sondern in einen Handlungsraum zu überführen. Die Künstler arbeiten mit ihren eigenen Erfahrungswelten: Debora Delmar präsentiert eine geopolitische Saftbar, Wu Tsang einen lesbischen Kung-Fu-Film, Christopher Kulendran Thomas ein postkapitalistisches Start-up. Es sind neue Spannungsfelder entstanden, beispielsweise zwischen Politik, Nachrichten und sozialen Medien. Wir versuchen, diese liquiden Momente in etwas Greifbares zu transformieren.“

Noch bis 18. September an diversen Orten und Nicht-Orten in Berlin

DIS, kuratorisches Team der 9. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst. Foto: Julia Burlingham
DIS, kuratorisches Team der 9. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst. Foto: Julia Burlingham